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Paraffinom als Ursache einer gestörten Wundheilung –ein Fallbericht

Der Praktische Tierarzt 92, 34-40

Publiziert: 01/2011

Zusammenfassung

Eine 14-jährige Ponystute wurde mit einer großflächigen,derben Veränderung der Unterhaut und einem oberflächlichenFistelgang im Bereich der rechten Schulter vorgestellt. DieStute hatte sich zwei Monate vor Überweisung in die Klinik einedie Haut und Unterhaut perforierende, „stichförmige“ Verletzungzugezogen. Diese war lokal mit einem Euterinjektor in Form eineröligen, antibiotikahaltigen Suspension vorbehandelt worden. Nachder Behandlung entstand die geschilderte großflächige Veränderungin Haut und Unterhaut. In der Klinik wurde diese radikalchirurgischentfernt und eine sekundäre Wundheilung angestrebt. Im Laufe derweiteren Nachbehandlungen bildeten sich erneut knotige, derbeUmfangsvermehrungen, sodass bis zur endgültigen per secundamHeilung wiederholte chirurgische Eingriffe notwendig waren. Pathohistologischwurde die Veränderung als oberflächliche und tiefechronisch-aktive pyo- und lipogranulomatöse Dermatitis charakterisiert.Ursache der Wundheilungsstörung war das Einbringen desEuterinjektors in die Wunde. Dieser enthielt unter anderem auch Paraffinöl.In der Humanmedizin werden lipogranulomatöse Entzündungen,die in Folge einer Injektion oder des Kontaktes von offenenWunden mit Paraffinöl entstehen als Paraffinome bezeichnet.

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