Wie werden die Befunde von Veränderungen des Ovarialtraktes ausgewertet?
Foto: Krissi Lundgren - stock.adobe.com

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Ovarialveränderungen bei 44 Kaninchen (Oryctolagus cuniculus)

Erkrankungen des Genitaltraktes bei weiblichen Kaninchen treten häufig auf, dabei spielen Uterusveränderungen die größte Rolle. Ovarialerkrankungen wurden bisher dagegen selten bei Kaninchen beschrieben.

Einleitung

Erkrankungen des Genitaltraktes bei weiblichen Kaninchen treten häufig auf, dabei spielen Uterusveränderungen die größte Rolle. Ovarialerkrankungen wurden bisher dagegen selten bei Kaninchen beschrieben.

Ziel der Studie

Ziel dieser retrospektiven Studie war es, klinische und pathologische Befunde von Kaninchen mit Ovarialveränderungen auszuwerten.

Material und Methoden

Es wurden klinische und pathologische Daten weiblicher Kaninchen aus der Klinik für kleine Haustiere und dem Institut für Tierpathologie der Freien Universität Berlin aus dem Zeitraum von 1997 bis 2016 ausgewertet. Ovarien und Uteri von 44 weiblichen Kaninchen, die bei einer Kastration entnommen wurden, wurden in die Studie einbezogen. Von den 44 Kaninchen wurden 41 Kaninchen aufgrund von klinischen Krankheitssymptomen und drei Kaninchen zur prophylaktischen Kastration vorgestellt. Alle 44 Kaninchen wurden einer klinischen Untersuchung und einer anschließenden Ovariohysterektomie unterzogen. Die klinische Untersuchung beinhaltete in allen Fällen die Palpation des Abdomens, zudem eine röntgenologische und eine sonografische Untersuchung. Der pathologische Untersuchungsanteil bestand aus der histopathologischen Differenzierung der Ursprungsgewebe des entnommenen Genitaltraktes mithilfe immunhistochemischer Färbung.

Ergebnisse der Studie

Bei zwölf der 44 Kaninchen konnte mittels histopathologischer Untersuchung eine Erkrankung der Ovarien diagnostiziert werden. Meist wurden intraovarielle Zysten (n = 10) befundet. Diese ließen sich follikulären Zysten (n = 7) und Zysten des Rete ovarii (n = 3) zuordnen. Zudem kamen Ovarialnekrosen mit dystrophischer Kalzifizierung (n = 2) und ein Adenom des Ovars (n = 1) vor.

Schlussfolgerungen

Ovarialerkrankungen kommen bei Kaninchen häufiger vor, als bisher in der Literatur beschrieben. Sandra Slopianka

Originalpublikation

Bertram CA, Klopffleisch R, Müller K (2017): Ovarian lesions in 44 rabbits (Oryctolagus cuniculus). J Vet Med Sci 79(12): 1994–1997. DOI 10.1136/vr.b4749

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