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Foto: M. & H. Schaper GmbH

Kleintierpraxis

Orales Plattenepithelkarzinom bei einem sieben Monate alten Dalmatiner Rüden

Oral squamous cell carcinoma in aseven-month-old male Dalmation dog

Kleintierpraxis 67, 580-587

DOI: 10.2377/0023-2076-67-580

Publiziert: 10/2022

Zusammenfassung

Die meisten Tumorerkrankungen treten bei mittelalten bis alten Hunden auf. Dennoch können auch jüngere Tiere Neoplasien entwickeln. Orale Umfangsvermehrungen sind gerade bei jungen Hunden vorwiegend gutartig. Dennoch sind auch bei Tieren, welche jünger als zwölf Monate alt sind, maligne orale Veränderungen beschrieben. Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen sieben Monate alten Dalmatiner Rüden. Er wurde initial aufgrund einer progressiven Zahnfleischwucherung in der allgemeinen Sprechstunde vorgestellt. In der Folge wurde eine Biopsie der Veränderung entnommen, die regionalen Lymphknoten wurden punktiert, Röntgenbilder des Kiefers angefertigt und eine Computertomografie von Kopf und Lunge durchgeführt. Diese Untersuchungen brachten die Diagnose eines lokal invasiven oralen Plattenepithelkarzinoms. Die Therapie der Wahl war im vorliegenden Fall die rostrale Teilmandibulektomie. Die Tumorbettbiopsien waren tumorzellfrei, daher konnte auf eine zusätzliche Bestrahlung verzichtet werden. Die Wundheilung verlief komplikationslos und der Hund zeigte keinerlei Einschränkungen bei Futter- oder Wasser­aufnahme. Dreieinhalb Jahre nach der rostralen Teilmandibulektomie erfreut sich der Rüde bester Gesundheit und kann als geheilt betrachtet werden.

Tumor
Juvenil
Teilmandibulektomie
Hund
Maulhöhle

Summary

Neoplastic disease is most common in middle aged to old dogs. However, younger animals may also develop malign neoplasms. Oral lesions are most commonly benign, especially in juvenile dogs. But rare cases of malign oral tumours have been described even in animals of under twelve months. The case we discuss here is a seven-months-old male Dalmatian dog. He was initially presented for further diagnostics of a progressivelesion of the gingival mucosa. Subsequently, a biopsy of the oral lesion was taken, the regional lymph nodes were aspirated, radiographs of the jaw were obtained, and a computed tomography scan of the head and the thorax were performed. These examinations resulted in the diagnosis of locally invasiveoral squamous cell carcinoma. The treatment of choice in the present case was arostral partial mandibulectomy. The tumor bed biopsies were tumor cell free, therefore additional radiation therapy was not indicated. The healing process of the surgical site was without complications and the dog showed no impairment with eating or drinking. Three and a half years after the rostral partial mandibulectomy the dog is still in completeremission and is considered cured.

neoplasia
juvenil
partial mandibulectomy
Canine
oral cavity

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