Ein Beagle jault.
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Orale Melanome beim Hund: Hängen Größe und Invasivität zusammen?

Melanome sind die häufigsten malignen oralen Tumoren des Hundes. Die orale Lokalisation mit direkt angrenzenden knöchernen Strukturen stellt eine Herausforderung für die chirurgische Therapie dar. Umso wichtiger ist die möglichst genaue klinische Einschätzung.

Um die Aussagekraft des klinisch einfach erfassbaren Tumordurchmessers von Melanomen zu untersuchen, führten australische Forscher eine retrospektive Studie durch. Dabei wurden Proben von 59 vollständig exzidierten oralen Melanomen von Hunden hinsichtlich mehrerer histologischer Malignitätskriterien analysiert. Anschließend wurde für Letztere ein potenzieller Zusammenhang mit der Tumorgröße geprüft.

Signifikanter Zusammenhang zwischen Tumorgröße und Invasivität

Die Ergebnisse ergaben einen signifikant positiven Zusammenhang zwischen der Größe eines oralen Melanoms und der Invasion lymphatischen Gewebes. Dies bedeutet, je größer der Tumor war, umso wahrscheinlicher war auch die Beteiligung lymphatischen Gewebes, was hinsichtlich einer potenziellen Metastasierung von außerordentlicher Relevanz ist.

Die Forscher versuchten zudem, Schwellenwerte zu definieren, welche direkt Auskunft über die Wahrscheinlichkeit einer lymphatischen Invasion des Melanoms geben. So gehen sie davon aus, dass

  • Tumoren kleiner als 6,5 mm im Durchmesser keine lymphatische Invasion besitzen,
  • während bei Melanomen von mehr als 24,5 mm Durchmesser eine Invasivität als gesichert angesehen wird.

Unsicherheiten machen weitere Forschung unabdingbar

Zusätzlich zu den Limitationen, welche dem retrospektiven Studiendesign geschuldet sind, besteht eine erhebliche Fehlerquelle in der Ermittlung der Tumorgröße anhand der formalinfixierten Präparate. Der bekannte Schrumpfungseffekt auf das Gewebe durch die Fixierung lässt die Verlässlichkeit der ermittelten Schwellenwerte als praktikabler Indikator in der klinischen Untersuchung fraglich erscheinen.

Entscheidend für den Praktiker wäre zudem die Korrelation von Tumorgröße, Invasivität und klinischem Ausgang. Dies könnte zum Beispiel anhand von Überlebenszeiten oder Remissionsdauer untersucht werden. Dazu wären jedoch weitere Studien mit entsprechendem Design erforderlich.

Originalpublikation:
Carroll KA, Kuntz CA, Heller J, Peters A, Rotne R, Dunn A (2020): Tumor size as a predictor of lymphatic invasion in oral melanomas of dogs. J Am Vet Med Assoc 256: 1123–1128. DOI 10.2460/javma.256.10.1123

Hund rennt über eine Wiese
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Nüstern eines Pferdes im Stall.
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