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Der Praktische Tierarzt

Operationstechniken an der Rinderklaue – aktueller Stand und Perspektiven

Der Praktische Tierarzt 85, 586-593

Publiziert: 08/2004

Zusammenfassung

Komplizierte Klauenerkrankungen machen etwa 3 %der Erkrankungen der Zehen des Rindes aus. Sie entstehen,wenn die Lederhautgrenze und die Subkutis durchbrochenund tiefere Strukturen infiziert werden. Auf den Ballenbereichbegrenzte Infektionen, meist von einem RusterholzschenSohlengeschwür oder einer Infektion der weissenLinie ausgehend, können durch eine Resektion desEndstückes der tiefen Beugesehne, eine Klauensesambeinexstirpationund eine Resektion des Klauengelenks behandeltwerden. Die Zehenamputation ist bei einer eitrigenArthritis des Klauengelenks mit Abszedierung amKronsaum sowie bei offenen Frakturen von Zehenknochenvorzuziehen. Eine infizierte Klauenbeinspitze wird ausgefrästoder mit einer Drahtsäge gekürzt. Wenn die Beugesehneninnerhalb ihrer gemeinsamen Sehnenscheide betroffensind, werden sie exzidiert. In ausgewählten Fällenkönnen auch das Krongelenk, das Fesselgelenk und dieWachstumszone des Röhrbeins reseziert werden. Resektionstechnikensind verglichen mit der Zehenamputationaufwendiger hinsichtlich des diagnostischen Aufwandes,des Eingriffes selbst und der Kosten. Jedoch kann die Zeheerhalten und eine durchschnittlich längere Nutzungsdauererreicht werden. Die Amputation hingegen beseitigt die Infektionschnell und vollständig, und die Heilungsphasebirgt weniger die Gefahr von Komplikationen. Jede der beidenTechniken hat unterschiedliche medizinische und wirtschaftlicheIndikationen sowie Grenzen.

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