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Ohrentzündungen bei Kaninchen

Ein aktueller Übersichtsartikel berichtet über Besonderheiten der Anatomie und häufige Erkrankungen der Kaninchenohren. Darüber hinaus gehen die Autorinnen auf Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten ein.

Grundsätzlich ist das Kaninchenohr ähnlich dem von Hund und Katze aufgebaut, allerdings gibt es einige Besonderheiten. So ist beim Kaninchen ein blind endendes Divertikel des Ohrkanals angelegt und der Meatus acusticus externus vertikal orientiert. Schlappohrkaninchen haben einen stenotischen und angewinkelten Gehörgang, wodurch sie besonders für bakterielle Otitiden prädisponiert sind. Neben infektiösen Ohrentzündungen, bei denen beachtet werden muss, dass eitriges Material im äußeren Gehörgang auch von einer Mittelohrentzündung stammen kann, kommen auch nichtinfektiöse Erkrankungen vor. Die Mittelohrenzündung selbst ist häufig bakteriell bedingt.

Klinische Untersuchung und weiterführende Diagnostik
Eine Erkrankung des äußeren Ohres zeigt sich durch häufiges Kopfschütteln und Juckreiz. Eine Untersuchung mittels Otoskop oder Endoskop sollte die Diagnose absichern. Außerdem ist ein Abstrich sinnvoll, um Eiter von Zelldetritus zu unterscheiden und eine Milbeninfektion zu diagnostizieren. Mittelohrentzündungen können symptomlos oder beispielsweise mit Kopfschiefhaltung und Fazialislähmung assoziiert sein. Neben einer neurologischen Untersuchung ist hier eine Bildgebung zur Diagnosestellung wichtig, wobei die CT dem Röntgen überlegen ist. Bei Vorliegen eines Vestibularsyndroms sollte auch immer eine Enzephalitozoonose bedacht werden.

Medikamentöse und chirurgische Therapie
Die Otitis externa kann rein medikamentös behandelt werden. Außerdem sind ein Spülen des betroffenen Ohres sowie eine Entfernung von Detritus hilfreich. Bei der Otitis media ist eine rein medikamentöse Therapie oft nicht erfolgversprechend. Daher sollte eine Kombination aus chirurgischer und medikamentöser Therapie gewählt werden, besonders wenn ein Rezidiv vorliegt. An chirurgischen Optionen sind für das Kaninchen die laterale Resektion des Gehörgangs, die komplette Resektion des äußeren Gehörgangs, die laterale Bullaosteotomie oder auch eine ventrale Bullaosteotomie beschrieben. Am häufigsten wird eine Gehörgangsresektion in Verbindung mit einer lateralen Bullaosteotomie durchgeführt.

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Originalpublikation: Mancinelli E, Lennox AM (2017): Management of Otitis in Rabbits. J Exot Pet Med 26(1): 63–73. doi: 10.1053/j. jepm.2016.10.009.

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