Image
Der COX-2-Inhibitor Enflicoxib muss einmal wöchentlich verabreicht werden.
Foto: Lisa H - stock.adobe.com
Der COX-2-Inhibitor Enflicoxib muss einmal wöchentlich verabreicht werden.

Journal Club

NSAID mit wöchentlicher Dosierung für Osteoarthrose beim Hund

Langzeitmedikation mit nichtsteroidalen Antiphlogistika ist bei Hunden mit Osteoarthrose oft notwendig – wobei die Sicherstellung des nötigen Plasmaspiegels eine Herausforderung sein kann.

Lange Wirkungsdauer erwünscht

Nichtsteroidale Antiphlogistika spielen im Management der Osteoarthrose (OA) eine tragende Rolle: Sie lindern den Schmerz und drängen das Entzündungsgeschehen zurück. Um wirksame Plasmaspiegel aufrechtzuerhalten, ist bei den meisten verfügbaren Präparaten eine tägliche Dosierung erforderlich. Diese ist nicht für jeden Hund und jeden Halter umsetzbar, was zu Unterdosierung mit der Folge von vermeidbaren Schmerzen und Leiden führen kann. NSAIDs mit längerer Wirkungsdauer können hier eine Lösung sein.

Kürzlich wurden Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit des COX-2-Inhibitors Enflicoxib (Daxocox®) publiziert, der seit 2021 zugelassen ist und einmal wöchentlich verabreicht werden muss. Diese Daten wurden in einer Feldstudie erhoben, in der 61 Hunde mit OA über sechs Wochen gemäß dem vorgesehenen Dosierungsschema behandelt wurden; Kontrollgruppen erhielten Placebo oder das einmal monatlich zu verabreichende Mavacoxib. Sowohl die behandelnden Tierärzte als auch die Halter protokollierten ihre Einschätzung der Schmerzen und Beeinträchtigung der Hunde; außerdem wurden potenzielle Nebenwirkungen dokumentiert.

Vereint gegen den Schmerz

Die multimodale Schmerztherapie ist inzwischen der Goldstandard in der Kleintierpraxis. Der folgende Artikel bietet einen Überblick über die verschiedenen Schmerzarten und deren multimodales Management.
Artikel lesen

Die mit Enflicoxib behandelten Hunde wurden von den Tierärzten bereits nach einer Woche besser beurteilt als die Placebogruppe; der Anteil der Hunde, die auf die Behandlung ansprachen, lag nach 7, 14, 28 bzw. 42 Tagen bei 34, 60, 64 bzw. 68 Prozent (Mavacoxib: 33, 48, 65 und 63 Prozent, Placebo: maximal 38 Prozent). In der Subgruppe der Hunde mit hochgradiger OA erzielte Enflicoxib an Tag 42 eine Ansprechrate von 60 Prozent (Mavcoxib: 61 Prozent, Placebo: 25 Prozent). Die Beurteilung durch die Tierhalter war im Verlauf ähnlich bei numerisch höheren Ansprechraten. Unerwünschte Ereignisse traten in allen Behandlungsgruppen ähnlich häufig auf. In der Enflicoxib-Gruppe waren Übelkeit/Erbrechen (neun Fälle) und Durchfall (sieben Fälle) am häufigsten. Drei Viertel der Hundehalter fanden die Akzeptanz der Tablette durch den Hund gut oder sehr gut.

Fazit

Mit Enflicoxib wurde die Auswahl an NSAIDs zur Behandlung der OA um einen Wirkstoff erweitert, der bei einmal wöchentlicher Dosierung und den für ein NSAID typischen Nebenwirkungen ein Ansprechen bei einem großen Teil der Patienten, einschließlich solchen mit hochgradigem OA-Befund, erwarten lässt. 

Originalpublikation

Salichs M, Badiella L, Sarasola P, Homedes J (2021): Efficacy and safety of enflicoxib for treatment of canine osteoarthritis: A 6-week randomised, controlled, blind, multicentre clinical trial. Vet Rec: e949. doi.org/10.1002/vetr.949

Mehr zum Thema