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Milchkuh auf der Weide: Wie groß ist das Risiko durch Pilzgifte?

Pilzgift

Mykotoxine auf der Weide

Ein unterschätztes Risiko? Der Klimawandel könnte dafür sorgen, dass die Kontamination von Weiden mit Schimmelpilzgiften zunehmend zum Problem wird.

Forschende der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben im Sommer 2019 Proben der Weiden von 18 österreichischen Milchviehbetrieben genommen. Das wissenschaftliche Team wollte wissen, wie häufig und in welchen Konzentrationen Mykotoxine, Phytoöstrogene und andere sekundäre Metaboliten auf den Weiden vorkommen. Mit insgesamt 68 Metaboliten wurde ein breites Spektrum an Pilzgiften nachgewiesen. Obwohl die Konzentrationen einzelner Toxine und Metaboliten im Allgemeinen niedrig waren (oft weniger als 200 Mikrogramm/kg Trockenmasse), konnte die Gesamtkonzentration der Pilzmetaboliten auf einzelnen Weiden über 6.000 Mikrogramm/kg Trockenmasse erreichen.

Eine gefährliche Mischung: Pilzgifte auf der Weide

„Auf den von uns untersuchten Weiden konnten wir häufig Mischungen aus Mykotoxinen, neuartigen (emerging) Mykotoxinen und Phytoöstrogenen nachweisen“, so Studienleiter Qendrim Zebeli, Leiter des Instituts für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe der Vetmeduni Vienna. Diese Toxinmischungen könnten seiner Einschätzung nach ein Gesundheitsrisiko für Tier und Mensch darstellen, weil toxikologische Wechselwirkungen nicht abschätzbar sind. Toxine auf der Weide sind direkt in die Futtermittelkette eingebunden und können teilweise auf tierische Produkte übertragen werden.

Die Untersuchung bestätigt: Der wichtigste Pilz auf Weiden ist Fusarium. Doch sollte laut den Forschenden auch auf mögliche hohe Belastungen mit Mutterkornalkaloiden und Alternaria geachtet werden.

Mykotoxine nehmen bei steigender Temperatur zu

Grundsätzlich wird die Produktion von Pilzgiften durch zahlreiche unterschiedliche Faktoren beeinflusst, unter anderem Pflanzenart und -alter, Breitengrad oder Niederschlag. Doch den größten Einfluss hat die Temperatur: Je höher die Umgebungstemperatur, desto größer die Belastung mit Schimmelpilzen. 

Die Zahl der Pilzmetaboliten stieg in der Wiener Studie mit steigender Temperatur linear an und Durchschnittstagestemperaturen über 15°C lösten einen exponentiellen Anstieg der Konzentrationen von Fusarium- und Alternaria-Metaboliten sowie Mutterkornalkaloiden aus. Das von Mykotoxinen auf der Weide ausgehende Risiko für Tiere wird nach Ansicht der Autoren unterschätzt und könnte in den nächsten Jahren durch den Klimawandel noch zunehmen. (red)

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