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Small newborn piglet standing besides big mother pig in straw bedding at an animal farm
Kleines Ferkel steht vor seiner Mutter auf Stroh

Journal Club

Mycoplasma suis bei neugeborenen Ferkeln

Die Übertragungswege von Mycoplasma suis sind noch immer nicht vollständig geklärt.
Nun konnte erstmals im Feld eine vertikale Übertragung nachgewiesen werden.

  • M. suis wurde bei neugeborenen Ferkeln nachgewiesen.
  • Dies ist ein Hinweis auf die Möglichkeit einer intrauterinen Übertragung.

Es ist bekannt, dass Mycoplasma (M.) suis iatrogen oder durch zootechnische Maßnahmen übertragen werden kann. Auch eine Ansteckung bei Rangordnungskämpfen unter Schweinen wurde beschrieben. Weitere diskutierte, aber bisher nicht nachgewiesene Wege sind die Aufnahme von Sekreten oder Exkreten sowie die Übertragung durch blutsaugende Vektoren. Auch eine intrauterine Übertragung wird diskutiert. Mit diesem Thema befasste sich nun eine Studie, in der M. suis mittels qPCR aus Blutproben von neugeborenen Ferkeln vor der ersten Aufnahme von Kolostrum sowie der Muttersauen analysiert wurde. Die Tiere wurden auf 21 Betrieben in Süddeutschland beprobt.

Ergebnisse der Ferkel

In keinem Betrieb waren klinische Symptome einer M. suis-Infektion vorhanden. Es wurden 474 Blutproben von neugeborenen Ferkeln entnommen. Davon waren 68 Proben aus 47 Würfen (14 Prozent) qPCR-positiv.

Fünfzig der positiven Ferkel stammten von qPCR-positiven Sauen und 18 Ferkel stammten von Sauen, die beim Abferkeln ein negatives qPCR-Ergebnis hatten. Die positiven und negativen Ferkel unterschieden sich nicht signifikant in Geburtsgewicht, Geschlechterverhältnis oder hämatologischen Parametern, mit Ausnahme der Leukozytenwerte: Diese lagen bei den positiven Ferkeln im Median bei 6,49 G/l, bei den negativen Ferkeln bei 5,60 G/l.

Ergebnisse der Sauen

Von den 208 beprobten Sauen waren 65 (31 Prozent) positiv. Auf insgesamt 16 der 21 Betriebe (76 Prozent) fand sich mindestens eine M. suis-positive Sau; maximal waren es zehn Sauen und der Mittelwert lag bei drei Sauen. Die hämatologischen Parameter der positiven Sauen unterschieden sich nicht signifikant von denen der negativen Sauen.

Reproduktionsparameter

Die Betriebe, in denen der Erreger nachgewiesen wurde, hatten eine um 0,48 Ferkel pro Wurf höhere Rate an Totgeburten als die negativen Betriebe. Diese Zahl war statistisch signifikant. Die Zahl der lebend geborenen Ferkel pro Wurf, der abgesetzten Ferkel pro Wurf und die Umrausch-Rate unterschieden sich zwischen positiven und negativen Betrieben nicht statistisch signifikant.

Originalpublikation:

Stadler J, Willi S, Ritzmann M, Eddicks M, Ade J, Hoelzle K, Hoelzle LE (2019): Detection of Mycoplasma suis in presuckling piglets indicates a vertical transmission. BMC Vet Res 15: 252. DOI 10.1186/s12917-019-2001-y.

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