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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Mikroskopische Diagnostik bei Honigbienen

Microscopic diagnostic of honey bees

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 131

DOI: 10.2376/0005-9366-18002

Publiziert: 11/2018

Zusammenfassung

Die ätiologische Diagnose von Bienenkrankheiten erfolgt meist mittels mikrobiologischer und molekularbiologischer Methoden. Über die normale Histologie der Honigbiene und die Pathomorphologie ihrer Krankheiten ist aber wenig bekannt. Daher wurden Routinemethoden zur Fixierung, Einbettung und Anfertigung von Schnittpräparaten von Larven, Puppen und adulten Honigbienen etabliert und das Färbeverhalten ihrer Gewebe mittels verschiedener Routinefärbungen untersucht. Die Fixierung in 10%igem Formalin und die routinemäßige Einbettung in Paraplast erbringt gute Resultate. Die Vorbehandlung mit Chlordioxid oder Natriumhypochlorit verbessert die Schneidbarkeit der chitinhaltigen Strukturen der älteren Puppen und Imagines. Die Schnittpräparate sollten auf beschichtete Objektträger aufgezogen und ca. 36 Stunden bei 30 °C im Wärmeschrank getrocknet werden, damit Fettkörper und Hämolymphe nicht aufkochen. Die wesentlichen histomorphologischen Charakteristika der Honigbiene, z. B. das weitgehende Fehlen von Bindegewebe, Blutgefäßen und schleimbildenden Drüsen, spiegeln sich in den Färbemustern der Gewebe wider. Als Standardfärbung hat sich Hämalaun-Eosin (HE) bewährt. Die Versilberung mittels Warthin-Starry-Färbung (W-S-Färbung) bewirkt eine gute Kontrastierung der zellulären Strukturen, wie z. B. der Spiralfäden der Tracheen. Die peritrophe Matrix stellt sich unterschiedlich stark PAS-positiv dar. Für die Darstellung von Pilzen ist vor allem die Grocott-Färbung geeignet.
Diese Erkenntnisse sind die Grundlage für weitere Untersuchungen zur bislang wenig beachteten Histopathologie von Bienen und anderen Insekten.

Histologie
Methoden
Insekten
Präparation
Färbung

Summary

The etiology of honey bee diseases is mainly based on microbiological and molecularbiological methods. Histological characteristics of normal bees or the pathomorphological findings are rarely described. For these purposes, routinely practicable methods for fixation, embedding, and slide sectioning were established for larvae, pupae and imagines of honey bees. Furthermore, the reaction patterns of different tissues with various staining methods were investigated. Fixation in 10% formalin and routine embedding in paraplast can be recommended. Before embedding older pupae and adult bees, the chitin should be softened (chlorine dioxide or sodium-hypochlorite). Paraffin sections should be mounted on charged slides and dried slowly for about 36 hours at 30°C to prevent boiling of the haemolymph and fat body. Important histomorphological characteristics of honey bees are the missing connective tissue, blood vessels and mucus producing glands which are reflected in the specific staining reaction patterns. The standard is the haemalaun-eosin stain (HE). Warthin-Starry silver impregnation (W-S) gives good contrast for the spiracles of the tracheae. The peritrophic matrix shows a varying positive intensity in the PAS-reaction. For the detection of fungi, the Grocott stain is valuable.
These results are the basis for further investigations of the hitherto neglected histopathology of bees and other insects.

histology
methods
insects
preparation
staining

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