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Leptospireninfektionen beim Schwein: Epidemiologie, Diagnostik und weltweites Vorkommen

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 124, 345-359

DOI: 10.2376/0005-9366-124-345

Publiziert: 08/2011

Zusammenfassung

Die Leptospirose ist eine systemische Erkrankung von Mensch und Tier. Das Schwein gilt allgemein anerkannt als Reservoirwirt für die Serovaren Pomona, Bratislava und Tarassovi. Endemische Infektionen in einer Schweineherde und die überwiegende Mehrheit der Leptospireninfektionen beim Schwein verlaufen subklinisch. Wird der Erreger dagegen zum ersten Mal in eine empfängliche Zuchtherde eingetragen oder ist die Herdenimmunität geschwächt, können beträchtliche Verluste durch Aborte, die Geburt toter oder lebensschwacher Ferkel oder durch Infertilität entstehen. Infektionen des Schweins mit anderen Serovaren geschehen eher zufällig, sind regional verschieden und abhängig vom Vorkommen weiterer Reservoirwirte, vornehmlich Nagern. Leptospiren persistieren beim Schwein in den Nieren und die Serovar Bratislava darüber hinaus im Genitaltrakt, sie werden im Harn und mit Genitalflüssigkeiten ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt direkt oder indirekt durch den Kontakt mit einem infizierten Tier. Die wesentlichen Erkenntnisse über die Leptospirose beim Schwein wurden überwiegend in den 70er und 80er Jahren gewonnen. Trotz Anwendung modernster molekularbiologischer Methoden ist die Pathogenese der Leptospirose noch weitgehend unklar und die Studien der letzten 24 Jahre zur Verbreitung von Leptospireninfektionen beim Schwein sind sehr heterogen. Neben regionalen Unterschieden sind Unterschiede sowohl bei der Bewertung der diagnostischen Untersuchungen als auch bei der Bewertung als populationsbezogene Untersuchungen dafür verantwortlich. Die Serovaren Pomona und Tarassovi wurden serologisch mit Häufigkeiten von bis zu 16,. % bzw. gewöhnlich von maximal 2,9 % beim Schwein nachgewiesen. Nachweise von Antikörpern beim Schwein gegen Serovar Bratislava waren auch in den vergangenen 20 Jahren mit Anteilen von bis zu 41,8 % wie in den Jahren zuvor am häufigsten.
Leptospira

Summary

Leptospirosis is a systemic disease affecting humans and animals, and pigs are generally considered the reservoir host species for the serovars Pomona, Bratislava and Tarrasovi. Endemic infections in swine herds generally remain subclinical, as do the vast majority of leptospire infections. However, when a susceptible breeding herd is infected for the first time or its immunity is compromised, considerable losses can occur due to abortion, stillbirths, weakly piglets or infertility. Infections in pigs caused by other serovars tend to occur only incidentally, vary regionally, and depend on other reservoir hosts, primarily rodents. Leptospires persist in porcine kidneys, and the Bratislava serovar, in the genital tract; it is excreted in urine and genital fluids. Leptospirosis is transmitted by direct or indirect contact with an infected animal. Fundamental research on porcine leptospirosis was conducted in the 1970s and 1980s. However, despite subsequent application of the most recent molecular biological methods, the pathogenesis of porcine leptospirosis is still largely unknown, and research results from the last 24 years on its incidence are very heterogeneous, due not only to regional differences but also to differences in the evaluation of diagnostic and population studies. Serological testing of pigs showed serovar prevalences ranging between as much as 16..% (Pomona) and generally no more than 2.9% (Tarassovi), whereas antibodies against Bratislava were found in as many as 41.8% of pigs tested during the last 20 years, as in previous studies, indicating that this remains the most prevalent serovar.
Leptospira

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