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Leitfaden zur Interpretation von Lungenzeichnungen beim Kleintier – Teil 2

Guide to the interpretation of lung patterns in small animals

Kleintierpraxis 62, 608-626

DOI: 10.2377/0023-­2076­-62­-608

Publiziert: 10/2017

Zusammenfassung

Klassischerweise werden Lungenveränderungen als alveolär, bronchial oder interstitiell klassifiziert. Die alveoläre Lungenzeichnung führt dabei zu der stärksten Dichteerhöhung der Lunge und geht mit einer Silhouettierung der Lungengefäße sowie andere benachbarter Weichteilstrukturen wie Herz oder Zwerchfell einher. Die Lunge erscheint wie ein Spiegelbild der normalen Lunge mit einem hellgrauen Hintergrund mit schwarzen sich verzweigenden Linien. Unter Berücksichtigung der Verteilung alveolärer Veränderungen lässt sich die Liste an Differenzialdiagnosen häufig reduzieren. Die bronchiale Lungenzeichnung ist gekennzeichnet durch eine meist gering- bis mittelgradige Dichteerhöhung infolge einer Verdickung der Bronchialwände, welche sich als Tramlinien und Ringschatten darstellen. Die Liste an Differenzialdiagnosen für eine bronchiale Lungenzeichnung ist vergleichsweise kurz. Besondere Untergruppen der bronchialen Lungenzeichnung stellen bronchiale Mineralisationen und Bronchiektasien dar. Die diffuse, unstrukturierte interstitielle Lungenzeichnung kann zu einer geringen bis hochgradigen Dichteerhöhung führen. Die Lunge erscheint wie von einem Fliegengitter überlagert. Die Liste an Differenzialdiagnosen ist lang. Die noduläre interstitielle Lungenzeichnung ist durch das Vorliegen von weichteildichten Rundherden mit einer Größe von mehr als 5 mm; die miliare interstitielle Lungenzeichnung durch das Vorhandensein von vielen kleinen Knoten mit einer Größer von weniger als 5 mm gekennzeichnet. Die häufigste Differenzialdiagnose für die noduläre und die miliare interstitielle Lungenzeichnung ist das Vorliegen von Metastasen oder einer primären Neoplasie, wobei andere Differenzialdiagnosen möglich sind.

 

Alveolär
bronchial
interstitiell
Lungenzeichnung

Summary

Lung changes are routinely divided into alveolar, bronchial or interstitial lung patterns. The greatest increase in ung opacity occurs with an alveolar lung pattern. Obscuring of lung vessels and silhouetting of other soft tissue structures, like the heart or the diaphragm, are major findings in alveolar lung changes. The lung appears like a mirror image of a normal lung showing a light grey background with black branching lines. The number of differential diagnoses can often significantly be reduced if the distribution of alveolar changes are taken into account. In contrast, bronchial lung changes lead to a mild to moderate increase in lung opacity due to a thickening of the bronchial walls, which appear as tramlines or rings (donuts) on the radiograph. Bronchial mineralisations and bronchiectasia represent subgroups of bronchial lung patterns. The list of differential diagnoses is relatively short. A diff use, unstructured interstitial lung pattern can lead to a mild as well as a severe increase in lung opacity. The lung appears as if a fl y net has been superimposed onto it. The list of differential diagnoses is long. A nodular interstitial lung pattern is characterised by multiple soft tissue nodules of a diameter of more than 5 mm, while a miliary lung pattern is characterised by multiple nodules of less than 5 mm in diameter. The most common diagnosis associated with a nodular or miliary interstitial lung pattern is primary or secondary neoplasia, however other differential diagnoses are possible.

 

alveolar
bronchial
interstitial
lung pattern

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