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Der Praktische Tierarzt

Lawsonia-intracellularis-Erkrankungen beim Pferd – auch in Deutschland ein Problem? Erste Verträglichkeitsdaten eines Impfstoffes bei Fohlen

Der Praktische Tierarzt 91, 316-325

Publiziert: 04/2010

Zusammenfassung

Die Equine Proliferative Enteropathie (EPE)ist eine relativ neue und zum Teil noch unbekannte Erkrankungbei Saugfohlen und Absetzern, die durch den Erreger Lawsoniaintracellularis verursacht wird. Die Krankheit wurde erstmalig1982 beschrieben. Seit 1996 mehren sich Einzelfälle und auch größereAusbrüche in Zuchtbeständen weltweit. Betroffene Fohlensind meist drei bis sieben Monate alt. Klinische Symptome sindLethargie, rapider Gewichtsverlust, Kolik, leichter Durchfall undAnorexie. Häufig besteht eine starke Hypoproteinämie, Hypoalbuminämie,Leukozytose und Neutrophilie. Die Erkrankung kannohne Behandlung innerhalb weniger Tage zum Tode führen. DieL.-intracellularis-Infektion des Pferdes ist in ihrer Symptomatik derProliferativen Enteropathie des Schweins sehr ähnlich. Trotz intensiverForschung konnten bisher keine relevanten Unterschiedezwischen den L.-intracellularis-Isolaten verschiedener Speziesgefunden werden. Beim Schwein wird weltweit ein attenuierterL.-intracellularis-Lebendimpfstoff mit Erfolg zur Reduktion der klinischenSymptome eingesetzt. Die hier beschriebene Studie untersuchtdie Verträglichkeit dieses Impfstoffes bei vier bis zwölfWochen alten Fohlen. Der Impfstoff wurde zweimal im Abstandvon zwei Wochen oral verabreicht. Lokale oder systemischeNebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Zahlreiche Wirksamkeitsstudienbei Schweinen zeigen, dass eine belastbare Immunitätcirca drei Wochen nach der Impfung vorhanden ist und über denZeitraum der potenziellen Exposition anhält. Es ist zu erwarten,dass bei Fohlen ein ähnlicher Schutz innerhalb einer vergleichbarenZeit aufgebaut werden könnte.

 

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