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Foto: Chitsanupong - stock.adobe.com
Alpakas: Inzwischen werden in Deutschland zahlreiche Neuweltkameliden gehalten.

Journal Club

Lama und Alpaka auf dem Vormarsch

Neuweltkameliden sind längst nicht mehr nur ein Fall für den Zootierarzt. Eine Online-Befragung unter den Halter gibt einen Einblick in Haltungsbedingungen und Gesundheit. Tierärzte werden eher kritisch beurteilt.

Ein Exot im Alltag

Niemand weiß mit Sicherheit, wie viele Lamas und Alpakas in Deutschland gehalten werden, und so mancher von uns stand vermutlich schon mit schreckgeweiteten Augen vor einem dieser neuen Patienten, die in der klassischen Ausbildung bestenfalls eine Randposition einnehmen. Im Jahr 2018 publizierte Schätzungen gehen von etwa 15.000 Neuweltkameliden in Deutschland aus. Es herrscht daher Handlungsbedarf, damit wir Tierärzte uns in diesem neuen Feld professionell bewegen.

Tierhalter bieten Einblicke

In einer Online-Befragung haben 255 Lama- und Alpaka-Halter (mit 3.062 Alpakas auf 220 Betrieben und 741 Lamas auf 75 Betrieben) kürzlich Grundlagendaten zu Protokoll gegeben, die einen Einblick in die Population, Haltungsbedingungen, Fütterung und Management sowie gängige Gesundheitsprobleme der wolligen Geschöpfe erlauben. Gut die Hälfte der Besitzer hat mit der Haltung innerhalb der letzten sechs Jahre begonnen; zwei Drittel halten weniger als 15 Tiere. Knapp zwei Drittel bezeichnen sich als Hobbyhalter, wenngleich jeweils etwa die Hälfte der Halter ihre Tiere auch für die Wollproduktion und/oder Zucht nutzen. Als häufigstes Gesundheitsproblem wurden Endo- und Ektoparasiten angegeben. Managementmaßnahmen umfassten häufig das Kürzen der Zehennägel (durch den Halter) und der Hengstzähne (oft durch den Tierarzt). Etwa 85 Prozent der Herden wurden geimpft, meist gegen Clostridieninfektionen.

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Tierärzte kritisch beurteilt

Den eigenen Kenntnisstand über die gehaltenen Tiere und deren Bedürfnisse schätzen mehr als die Hälfte der Halter als gut und etwa 15 Prozent als sehr gut ein. Als primäre Informationsquellen dienen Bücher und Seminare; gut die Hälfte wurde auch durch den Tierarzt informiert. Fast neun von zehn Betrieben wurden tierärztlich betreut, meist durch Gemischtpraxen. Etwa jeder vierte Halter war mit seinem Tierarzt unzufrieden; dies galt aber nicht für die 23 Betriebe, die durch auf Neuweltkameliden spezialisierte Tierärzte betreut wurden. Den Kenntnisstand der Tierärzteschaft und die Informationskompetenz von Tierarztpraxen im Allgemeinen beurteilte mehr als die Hälfte der Tierhalter negativ. 

Originalpublikation

Neubert S, von Altrock A, Wendt M, Wagener MG (2021): Llama and Alpaca Management in Germany –Results of an Online Survey among Owners on Farm Structure, Health Problems and Self-Reflection. Animals (Basel) 11(1): 102. DOI 10.3390/ani11010102

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