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Lahmheit nach Klauenchirurgie – objektiv beurteilt

Beschleunigungssensoren und Waagen können die Beurteilung einer Lahmheit objektivieren. Aber reicht es zum postoperativen Monitoring?

Nach einem chirurgischen Eingriff an der distalen Gliedmaße braucht es eine Weile, bis die Heilung vollzogen und das Tier idealerweise beschwerdefrei ist. Die Überwachung dieses Prozesses ist in der Praxis nicht immer trivial. So wurden in einer Studie nun Hilfsmittel getestet, die das Monitoring betroffener Tiere erleichtern könnten: Beschleunigungssensoren zur Registrierung der Bewegungsabläufe, eine Wägeplattform mit einzelnen Waagen für jede Gliedmaße und eine mithilfe einer Bewegungsskala standardisierte Tierbeobachtung.

Insgesamt wurden 34 Rinder untersucht; die Eingriffe umfassten Débridement, Gelenkspülung, partielle Resektion von Knochen, Sehnen oder synovialen Strukturen, vollständige Sesambeinresektion oder Klauenamputation an jeweils einer Gliedmaße. Gemessen wurde alle drei bis vier Tage nach dem Eingriff über insgesamt zwei Wochen; die Ergebnisse wurden statistisch analysiert.

Ergebnisse
Sämtliche Messmethoden zeigten für Rinder, bei denen der Eingriff die Sesambeine umfasst hatte, die stärksten Auffälligkeiten, was anzeigt, dass diese Tiere stärker lahm waren als Rinder nach oberflächlicheren Eingriffen. Débridement und Klauenamputationen führten zu weniger starken Lahmheiten als partielle oder vollständige Resektionen anderer anatomischer Strukturen.

Die Autoren schließen daraus, dass sowohl die Beschleunigungssensoren als auch die Wägeplattform nützliche technische Hilfsmittel beim Monitoring von Rindern nach operativen Eingriffen darstellen. Allerdings versagten die hier vorgestellten Methoden bei der Beurteilung des Zeitverlaufs am Einzeltier: Weder konnte eine signifikante Änderung der Lahmheit innerhalb der zwei Wochen Beobachtungsdauer dargestellt werden noch waren die Messwerte als Indikatoren für eine erforderliche Nachoperation zu verwenden. Für das Monitoring nach einem Eingriff können diese Techniken also bisher nicht überzeugen. Hoffen wir, dass die Methoden noch verfeinert werden – denn hilfreich wäre es schon, mit „smarten“ Messbändern am Tier den Heilungsverlauf verlässlich nachverfolgen zu können!


Originalpublikation:
Buisman LL, Alsaaod M, Bucher E, Kofler J, Steiner A (2018): Objective assessment of lameness in cattle after foot surgery. PLoS One 13(12): e0209783. DOI 10.1371/journal. pone.0209783.

Foto: Pelana - stock.adobe.com

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