Hund rennt über eine Wiese
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Kreuzbanderkrankung beim Hund – Entscheidungshilfe zur Therapie

Die Erkrankung des vorderen Kreuzbandes stellt beim Hund einen der häufigsten orthopädischen Vorstellungsgründe dar. Trotzdem besteht Uneinigkeit über den idealen Therapieansatz. Wie mit dieser Situation umgegangen werden kann, zeigte kürzlich eine Übersichtsarbeit.

  • DIe Kreuzbandruptur ist häufig, zur Therapie gibt es zahlreiche wissenschaftliche Artikel. Doch Einigkeit besteht nicht.
  • Autoren von der Universität Zürich empfehlen einen Algorithmus, anhand dessen der Praktiker für jeden Patienten die individuell beste Therapiemethode auswählen kann.
  • Für große Hunde werden vor allem Tibio-Osteotomien empfohlen, allen voran die TPLO
  • Bei kleinen Hunden ist ggf. eine konservative Therapie möglich. Chirurgisch kommt hier häufig auch ein Bandersatz infrage.

Ganz ähnlich, wie sich die Hunderassen bezüglich Größe, Nutzungszweck, Aktivitätsgrad und zahlreicher weiterer Merkmale unterscheiden, variieren auch die therapeutischen Ansätze bei Kreuzbanderkrankungen. Im Gegensatz zur Situation beim Menschen handelt es sich beim Hund fast ausnahmslos um Läsionen nach degenerativer Vorschädigung der Kniegelenksstrukturen. Für die entsprechende Prädisposition scheinen multiple Faktoren von Bedeutung zu sein.

Viele etablierte Behandlungsansätze für die Therapie bei Kreuzbandriss

Da die konservative Therapie nur bei kleinen und wenig aktiven Hunden zu befriedigenden funktionellen Ergebnissen führt, steht der Praktiker sehr häufig vor der Entscheidung, welche chirurgische Methode die beste für einen Patienten ist. Dabei stehen zahlreiche Behandlungsansätze zur Wahl, die sich in etlichen Aspekten unterscheiden. Um mehr Klarheit in diese Situation zu bringen, hat eine Forschergruppe der Universität Zürich die Literatur hinsichtlich evidenzbasierter Aussagen durchforstet und diese in praxisdienlicher Form aufgearbeitet. Dabei wurden sowohl Charakteristika der jeweiligen Kreuzbandläsion wie auch des Hundes selbst in Betracht gezogen.

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TPLO und Co.: Patientenspezifische Wahl der passenden Therapieoption

Obwohl die Forscher auf Basis der publizierten Berichte Tibia-Osteotomien bei Hunden von über 15 Kilogramm Körpergewicht als überlegen und konservative Ansätze nur bei kleinen Rassen als Erfolg versprechend erachten, empfehlen sie, im individuellen Fall einem Therapiealgorithmus zu folgen. Darin werden berücksichtigt:

  • Alter und Größe des Hundes
  • sein Aktivitätslevel
  • der Tibiaplateauwinkel
  • die Kniegelenksinstabilität
  • das Arthrosestadium

Auch wenn die patientenspezifische Therapieentscheidung nicht alleine auf dem Algorithmus beruhen sollte, so bietet er dem Praktiker doch eine einfache und übersichtliche Hilfestellung. Der Umstand, dass bislang keine der verfügbaren Behandlungstechniken die Kniegelenkskinematik vollständig wiederherstellen vermag, dürfte Anreiz für weitere Forschung in diesem Bereich bieten.

Originalpublikation:
Lampart M, Knell, S, Pozzi A (2020): Ein neuer Ansatz für die Therapieauswahl bei Hunden mit Kreuzbanderkrankung: Patientenspezifische Behandlungsempfehlungen. Schweiz Arch Tierheilkd 162: 345–363.

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