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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Kongenitale und letale Semi-Haarlosigkeit bei einem Angler-Holstein Kreuzungskalb

Congenital and lethal semi-hairlessness in an Angler-Holstein crossbred calf

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 129, 177-184

DOI: 10.2376/0005-9366-129-177

Publiziert: 03/2016

Zusammenfassung

Ein männliches Kreuzungskalb der Rassen Angler x Red Holstein war von Geburt an nahezu haarlos. Ein Haarwachstum war im weiteren Verlauf des Lebens nicht zu verzeichnen, jedoch veränderte sich die Haarstruktur von einem dünnen und weichen Haar zu einem groben bis drahtigen Haar. Das Tier zeigte verzögertes Wachstum, einen schlechten Ernährungszustand bei guter Fresslust und verendete unerwartet im Alter von fünf Monaten. Bei dem Tier traten zusätzlich eine Brachygnathia superior, eine Verkleinerung bzw. ein besonders fein ausgeprägter Angesichtsschädel („Spitzmauskopf“) auf. Bei der anschließenden pathologischanatomischen und histopathologischen Untersuchung wurden eine ausgeprägte Hyperkeratose der Epidermis, eine verminderte Anzahl von überwiegend telogenen Haarfollikeln, eine degenerative Veränderung des Haarfollikelepithels, eine deutliche Koriumsklerose und eine bandartige Dilatation der Schweißdrüsen sowie entzündliche Veränderungen des Gastrointestinaltraktes festgestellt. Dieser Fall kann aufgrund der phänotypischen und histopathologischen Veränderungen zu der letalen Semi-Haarlosigkeit gezählt werden. Die Ursache für diese angeborene Anomalie bei diesem Kalb ist wahrscheinlich genetisch bedingt.

Anomalie
verzögertes Wachstum
Hyperkeratose
Haarfollikel
Schweißdrüsen
letal

Summary

A male Angler-Red Holstein crossbred calf was almost completely hairless since its birth. Hair growth was not observed within the course of its life, but with increasing age the hair structure changed from a thin and soft hair to a wiry to coarse hair fibre. Growth rate of the animal was reduced, body condition was poor but appetite was good. In addition, accompanying malformations were found including brachygnathia superior and a reduction or a particularly pronounced fine countenance skull („shrew head“). The calf died unexpectedly at the age of five months. In the subsequent gross pathological and histo-pathological examination, a pronounced hyperkeratosis, degeneration of follicular epithelial cells, a reduced number of hair follicles, an increased number of telogen hair follicles, sclerosis of the corium, dilated apocrine glands and inflammatory changes of the gastrointestinal tract were seen. Based on the course of the disease, the phenotypic appearance of hypotrichosis and hair fibre as well as the histopathological changes the present case resembles a lethal semi-hairless form of hypotrichosis. This congenital anomaly in the present case is likely genetically determined.

anomaly
growth retardation
hyperkeratosis
hair follicle
apocrine gland
lethal

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