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Kompostierung von Geflügeltierkörpern als alternative Beseitigungsmöglichkeit im Tierseuchenkrisenfall: erste Ergebnisse

Kompostierung, Geflügelkadaver, Tierseuche, Zersetzung, composting, poultry carcasses, epizootic disease, decomposition

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 115, 150-157

DOI: 10.2377/0341-6593-115-150

Publiziert: 04/2008

Zusammenfassung

Die Kompostierung von Geflügelkadavern stellt eine alternative Beseitigungsmöglichkeitim Tierseuchenfall dar. Es wurden zwei Kompostierungsversuche imStall mit jeweils unterschiedlichem Aufbau der Miete durchgeführt. Beim erstenVersuch wurden zwei Putenkadaverlagen geformt. Die Miete mit Strohabdeckungwurde direkt auf dem Stallboden aufgebaut. Beim zweiten Versuch, bei dem keineTierkadaverlagen eigens angeordnet wurden, wurde der Komposthaufen aufeinem Strohballenpolster mit Folienabdeckung aufgebaut. Während im einen Teilder Miete weiterhin Stroh zur Abdeckung diente, wurde der andere Teil mit Folienund Stroh abgeschlossen. Die Zersetzung der Tierkörper beim ersten Versuch warin den oberen Lagen der Miete weit fortgeschritten. Im Gegensatz zu den unterenMietenbereichen wurde in den oberen Schichten eine Temperatur von biszu 54,9 °C erreicht und nach 30 Tagen war kein Weichteilgewebe mehr sichtbar.In den unteren Schichten wurde eine Maximaltemperatur von 45,2 °C erreicht,und die Zersetzung war weniger weit vorangegangen. Vermutlich bewirkte diebeobachtete Temperaturdifferenz zwischen oberen und unteren Schichten denunterschiedlichen Abbau der Tierkadaver. Der hohe Zersetzungsgrad, wie für dieoberen Schichten der Miete im ersten Versuch beschrieben, konnte im zweitenVersuch nicht erreicht werden. Dabei war der Abbau der Tierkörper im mit Strohabgedeckten Teil der Miete weiter fortgeschritten als in dem mit Folien abgedecktenTeil des Komposthaufens. Aufgrund der verstärkten Wärmedämmung,insbesondere zum Stallboden hin, waren beim zweiten Versuch höhere Temperaturenvon bis zu 48,4 °C nun auch in den unteren Schichten der Miete messbar.

Summary

Composting of poultry carcasses represents an alternative method for disposal incase of an outbreak of an epizootic disease. Two composting experiments, each witha different construction of the compost pile, were carried out in a stable. In the firstexperiment two layers of turkey carcasses were formed. This compost pile coveredwith straw was directly built on the ground. In the second experiment no layers ofcarcasses were formed, and it was assembled on straw bales covered with plastic foil.One part of this compost pile was covered with straw, the other one was additionallycovered with plastic foil. In the first experiment in the upper layers of the compostpile temperatures of up to 54,9 °C were reached and the decomposition of carcasseswas very advanced with no soft tissues remaining after 30 days. In contrast temperaturesof only 45,2 °C were reached in the lower layers and decomposition was far lessadvanced. This difference in decomposition was most likely caused by the temperaturedifference observed. In the second experiment the near complete decompositionseen in the upper layers of the compost pile at the first trial, was not achieved.Decomposition was more advanced in the straw covered part of this compost pilethan in the part covered with straw and plastic foil. On the other hand, higher temperaturesof up to 48,4 °C were measured in the lower layers of this compost pile mostlikely as a result of the increased heat insulation in particular to the ground.

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