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Komplikationen bei der Molarenextraktion beim Pferd

Eine retrospektive Auswertung der Dokumentation von 428 Zahnextraktionen quantifiziert Risikofaktoren für postoperative Probleme.

Komplikationen treten nach Backenzahn-Extraktionen beim Pferd häufig auf, doch es gibt relativ wenige Untersuchungen über die Prävalenz und Art der verschiedenen Probleme. Eine schottische Untersuchung der Krankenakten der Jahre 2004 bis 2018 mit 428 Fällen von Backenzahnextraktionen liefert jetzt Zahlen, die dazu dienen können, das Komplikationsrisiko anhand von prädisponierenden Faktoren vorherzusagen.

Komplikationen bei Backenzahn-Extraktion

In 343 Fällen wurde eine orale Extraktion durchgeführt, eine Steinman-Pin-Repulsion in 41 Fällen und eine Standard-Repulsion in fünf Fällen, eine minimalinvasive transbukkale Extraktion (MTE) in 39 Fällen. Komplikationen waren für 58 der insgesamt 428 Extraktionen dokumentiert, was einer Komplikationsrate von 13,6 Prozent entspricht. In 34 Fällen (7,9 Prozent) führten diese zu langfristigen, klinisch relevanten Problemen. Die am häufigsten berichtete Komplikation war eine Sequestrierung des Alveolarknochens einschließlich Infektion (7,5 Prozent der Extraktionen). Alle übrigen Komplikationen kamen bei weniger als einem Prozent der Extraktionen vor; darunter waren die häufigsten Befunde Schwellungen am Kopf, hochgradige Osteomyelitis der Mandibula und oronasale/Sinusfisteln bei jeweils ca. 0,9 Prozent der Extraktionen.

Das Risiko hängt von Extraktionsgrund und -methode ab

Die häufigsten Gründe für Extraktionen waren apikale Zahninfektion, Zahnfraktur oder Parodontose. Die Komplikationshäufigkeit war am höchsten bei Extraktionen aufgrund von apikaler Infektion mit Zahnverlagerung (33 Prozent), gefolgt von überzähligen oder dysplastischen Zähnen (28,6 bzw. 25 Prozent) und apikaler Infektion mit Fraktur (19,5 Prozent) oder ohne Fraktur (17,8 Prozent). Hinsichtlich der Extraktionstechnik ging eine Repulsion (≥ 20 Prozent) oder MTE (25,6 Prozent) mit einem höheren Komplikationsrisiko einher als die orale Extraktion (10,8 Prozent).

Das Risiko für eine postoperative Heilungsstörung der Alveole war nach Extraktion der Unterkieferzähne 06s, 07s oder 08s höher als bei allen anderen Molaren, nach Extraktion von infizierten Zähnen höher als bei nicht infizierten Zähnen und nach Repulsion oder MTE höher als bei oraler Extraktion.

Originalpublikation:

Kennedy R, Reardon RJM, James O, Wilson C, Dixon PM (2020): A long-term study of equine cheek teeth post-extraction complications: 428 cheek teeth (2004–2018). Equine Vet J 52(6): 811–822. DOI 10.1111/evj.13255

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