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Kognitive Dysfunktion bei Epilepsie

Kognitive Beeinträchtigungen sind bei Hunden mit idiopathischer Epilepsie gefühlt keine Seltenheit, aber erforscht sind sie nur wenig. Eine Tierhalterbefragung bringt nun Licht ins Dunkel und registriert Unterschiede zur altersbedingten Demenz.

Krankheit nicht mit Alter verwechseln
Die idiopathische Epilepsie (IE) kann bei Mensch und Hund mit kognitiven Dysfunktionen einhergehen. Es ist unklar, ob diese Störungen von der Epilepsie selbst verursacht werden und dann progressiv oder statisch sind oder durch Begleiterkrankungen ausgelöst werden. Da Hunde rasch altern, messen Untersuchungen von kognitiven Prozessen im Zeitverlauf quasi den altersbedingten Abbau gleich mit und liefern deshalb verzerrte Daten. Deshalb wurde nun eine Querschnittstudie durchgeführt, bei der von jedem Hund nur Daten zu zwei Zeitpunkten erfragt wurden: „jetzt“ und „vor sechs Monaten“.

„How often does your dog …?”
Hundehalter stellten in einer Online-Befragung Datensätze für 4051 Hunde zur Verfügung, darunter 286 Hunde mit diagnostizierter IE. Alle übrigen Hunde zählten als Kontrollgruppe. Die Halter beantworteten einen validierten Fragebogen zur caninen kognitiven Dysfunktion (CCD). In der Auswertung verglichen die Forscher immer Hunde derselben Alterskohorte miteinander, um so die „Altersverzerrung“ zu umgehen.

Ergebnisse
Insgesamt wurden nur 63 der 4051 Hunde als positiv für CCD eingestuft. In der Kontrollgruppe lag der Anteil der betroffenen Tiere bis zwölf Jahre bei bis zu einem Prozent und stieg dann auf 2,4 Prozent (–14 Jahre) und 14,4 Prozent ( > 14 Jahre). Bei den IE-Hunden hingegen waren deutlich mehr jüngere Tiere betroffen (z. B. bis zu 6,6 Prozent bei den vier bis sechs Jahre alten Hunden). Die Statistik ergab vier signifikante Befunde.

So hatten Hunde mit CCD häufiger:

  • eine IE-Diagnose
  • ein geringes Körpergewicht
  • ein höheres Lebensalter
  • wenig „Training“ (im Sinne von Hundeschule, Agility usw.)
  • Bei den IE-Hunden blieben die Dysfunktionen über sechs Monate unverändert; meistens handelte es sich um Gedächtnisstörungen. Hunde mit Cluster-Anfällen und hoher Anfallsfrequenz hatten höhere CCD-Werte als weniger schwer betroffene IE-Hunde. Die Detailauswertung der Fragen ergab außerdem unterschiedliche Dysfunktionen bei IE-bedingter bzw. altersbedingter CCD.

Originalpublikation:
Packer RMA, McGreevy PD, Salvin HE, Valenzuela MJ, Chaplin CM, Volk HA (2018): Cognitive dysfunction in naturally occurring canine idiopathic epilepsy. PLoS One 13(2): e0192182.

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