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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Klinik, Diagnose und Prophylaxe eines Bestandsproblems durch Streptococcus suis Serotyp 7

Clinics, diagnosis and prophylaxis of a Streptococcus suis serotype 7 farm problem

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 127, 194-201

DOI: 10.2376/0005-9366-127-194

Publiziert: 06/2014

Zusammenfassung

In einem österreichischen Ferkelerzeugerbetrieb mit 1500 Sauen traten vermehrt Meningitiden, Arthritiden und plötzliche Todesfälle bei Aufzuchtferkeln in der fünften bis achten Lebenswoche auf, die zu 1,8 % Verlusten führten. In allen Proben, die von Gehirnen und Gelenken von 17 unbehandelten Ferkeln mit typischem Erkrankungsbild entnommen wurden, wurde mgr.–hgr. Streptococcus (S.) suis Serotyp 7 isoliert. Alle Isolate wiesen ein identisches Spektrum an Virulenz-assoziierten Faktoren auf (mrp+, epf–, ofs–, sly) und bildeten eine vergleichsweise kleine Variante des MRP (Muramidase-Released Protein), das in den Kulturüberstand abgegeben wurde (MRPs). Vier Isolate wurden als Grundlage für die Herstellung einer stallspezifischen, abgetöteten S. suis-Serotyp-7-Ganzzellvakzine verwendet. Die Kontrollgruppe A (n = 957 Ferkel; ungeimpft, unbehandelt) wurde einer Gruppe B (n = 1012 Ferkel; ungeimpft, mit Amoxicillin behandelt) und einer Impfgruppe C (n = 998 Ferkel; Impfzeitpunkte in der 1. und 3. LW) gegenübergestellt. Im Anschluss daran erfolgte die Impfung einer weiteren Gruppe D (n = 290 Ferkel; Impfzeitpunkte in der 4. und 6. LW). Die mit Amoxicillin behandelten Tiere der Gruppe B zeigten die niedrigsten Ausfalls- und Erkrankungsraten. Auch in den geimpften Gruppen konnten Verluste und Lahmheiten gegenüber der Kontrollgruppe deutlich reduziert werden. Im Exvivo- Blutüberlebenstest wurde eine starke bakterizide Wirkung der Postimmunseren der Tiere der Gruppe D festgestellt, die auf die Induktion opsonisierender Antikörper zurückgeführt wird und somit einen protektiven Effekt der Impfung erklären könnte.

Aufzuchtferkel
zentralnervöse Störungen
Lahmheiten
stallspezifische Vakzine

Summary

In an Austrian piglet producing farm with 1500 sows a high incidence of meningitis, arthritis and sudden death was recorded in five to eight week old piglets. Overall losses were 1.8%. Streptococcus (S.) suis serotype 7 was detected with an intermediate to high specific bacterial load in all samples taken from brains and joints of 17 untreated piglets with typical clinical signs. All isolates showed an identical spectrum of virulence-associated genes (mrp+, epf–, ofs–, sly–) and expressed a relatively small variant of MRP (Muramidase-Released Protein) called MRPs. A bacterin was produced using four of the S. suis serotype 7 isolates. An untreated and non-vaccinated control group A with 957 piglets, a non-vaccinated but amoxicillin-treated group B with 1012 piglets and an untreated group C with 998 piglets, which was vaccinated twice in the first and third week of life, were compared. Later, an additional group D with 290 piglets was vaccinated twice in the fourth and sixth week of life. Amoxicillin treatment in group B resulted in the lowest mortality and morbidity rate. Furthermore, the incidence of lameness and losses were significantly lower in vaccinated pigs compared to the control group. In an ex vivo blood survival assay, a strong bactericidal effect of the post immune sera of group D animals was found. This is likely due to the presence of specific opsonizing antibodies against S. suis elicited through vaccination and associated with the protective efficacy of the vaccine.

weaning pigs
central nervous dysfunction
lameness
autogenous vaccine

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