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Covid-19: Bei Selbstmedikation mit Ivermectin besteht Vergiftungsgefahr.

Covid-19

Ivermectin: Kein Wundermittel

In den USA häufen sich die Fälle von Ivermectin-Vergiftung, auch Australien berichtet von einer Verzehnfachung der Ivermectin-Einfuhr im August 2021. Das Antiparasitikum wird vor allem unter Impfgegnern als Wundermittel zur Prävention und Therapie von Covid-19 gehandelt.

Ein Antiparasitikum gegen Sars-CoV-2?

Eine Laborstudie von 2020 hatte gezeigt, dass Ivermectin in Zellkulturen die Vermehrung von SARS-CoV-2 hemmen kann. Allerdings war die in der Laborstudie eingesetzte Dosis weit höher als die für Menschen zugelassene. Im Anschluss schienen mehrere kleine Studien Hinweise für positive klinische Effekte des Antiparasitikums zu liefern. Daraufhin wurde das Medikament zunächst vor allem in Südamerika zur Selbstmedikation eingesetzt. Jetzt hat der Ivermectin-Hype Nordamerika erreicht.

Aufklärung ist nötig: „Du bist kein Pferd“

Angesichts der zahlreichen Berichte über Vergiftungen nach Einnahme von Ivermectin warnte die Food and Drug Administration (FDA) in den USA Verbraucher Anfang September ausdrücklich vor den Gefahren einer Selbstbehandlung mit Ivermectin-Präparaten, die für Tiere bestimmt sind. Mit Slogans in Sozialen Medien wie „Du bist kein Pferd. Du bist keine Kuh“ möchte die FDA Menschen davon abhalten, Großtierpräparate mit hoch dosiertem Ivermectin einzunehmen.

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Echte Evidenz für eine Wirkung von Ivermectin bei Infektion mit SARS-CoV-2 gibt es jedoch nicht. Würzburger Wissenschaftler veröffentlichten Ende Juli 2021 eine Literaturübersicht in der Cochrane Library. Sie fanden in der bisher publizierten Literatur keine Hinweise darauf, dass Ivermectin den Zustand von Erkrankten verbessert oder die Zahl der Todesfälle reduziert – verglichen mit einer Standardbehandlung oder einem Placebo. Die Ergebnisse der Studien mit positivem Ergebnis hielten einer Überprüfung nicht stand, sie hatten wenig Teilnehmer und qualitative Mängel. Die Datenlage erlaubt noch keine endgültige Aussage, weitere Studien laufen derzeit noch. Für Autoren steht jedoch fest: „Die aktuelle Evidenz rechtfertigt keine Verwendung von Ivermectin zur Behandlung oder Prävention von Covid-19“.

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