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Covid-19: Bei Selbstmedikation mit Ivermectin besteht Vergiftungsgefahr.

Covid-19

Ivermectin gegen COVID-19: Kein Wundermittel

In den USA häuften sich bereits im Sommer 2021 die Fälle von Ivermectin-Vergiftung, inzwischen hat der Hype Europa erreicht. Das Antiparasitikum wird vor allem unter Impfgegnern als Wundermittel zur Prävention und Therapie von Covid-19 gehandelt.

Ein Antiparasitikum gegen Sars-CoV-2?

Eine Laborstudie von 2020 hatte gezeigt, dass Ivermectin in Zellkulturen die Vermehrung von SARS-CoV-2 hemmen kann. Allerdings war die in der Laborstudie eingesetzte Dosis weit höher als die für Menschen zugelassene. Im Anschluss schienen mehrere kleine Studien Hinweise für positive klinische Effekte des Antiparasitikums zu liefern. Daraufhin wurde das Medikament zunächst vor allem in Südamerika zur Selbstmedikation eingesetzt. Nach Nordamerika hat der Ivermectin-Hype jetzt auch Mitteleuropa erreicht.

Aufklärung ist nötig: „Du bist kein Pferd“

Angesichts der zahlreichen Berichte über Vergiftungen nach Einnahme von Ivermectin warnte die Food and Drug Administration (FDA) in den USA Verbraucher Anfang September ausdrücklich vor den Gefahren einer Selbstbehandlung mit Ivermectin-Präparaten, die für Tiere bestimmt sind. Mit Slogans in Sozialen Medien wie „Du bist kein Pferd. Du bist keine Kuh“ möchte die FDA Menschen davon abhalten, Großtierpräparate mit hoch dosiertem Ivermectin einzunehmen.

Im November 2021 warnt auch das Robert-Koch-Institut wegen der hohen Vergiftungsgefahr vor einer Selbsttherapie mit Ivermectin. Der Wirkstoff wird in der Bewertung der medikamentösen COVID-19-Therapie des RKI als „Substanz ohne nachgewiesenen Nutzen in der Behandlung von COVID-19“ geführt.

Corona-Monitoring bei Hunden und Katzen

Wie leicht stecken sich Haustiere bei Corona-infizierten Tierhaltern an?  Eine Untersuchung aus den Niederlanden befand im Sommer 2021: Häufiger als gedacht. Das Friedrich-Loeffler-Institut sucht momentan Probanden für eine Querschnittsstudie zur Seroprävalenz in Deutschland.
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Echte Evidenz für eine Wirkung von Ivermectin bei Infektion mit SARS-CoV-2 gibt es bisher nicht. Würzburger Wissenschaftler veröffentlichten Ende Juli 2021 eine Literaturübersicht in der Cochrane Library. Sie fanden in der bisher publizierten Literatur keine Hinweise darauf, dass Ivermectin den Zustand von Erkrankten verbessert oder die Zahl der Todesfälle reduziert – verglichen mit einer Standardbehandlung oder einem Placebo. Die Ergebnisse der Studien mit positivem Ergebnis hielten einer Überprüfung nicht stand, sie hatten wenig Teilnehmer und qualitative Mängel. Die Datenlage erlaubt noch keine endgültige Aussage, weitere Studien laufen derzeit noch. Für Autoren steht jedoch fest: „Die aktuelle Evidenz rechtfertigt keine Verwendung von Ivermectin zur Behandlung oder Prävention von Covid-19“.

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