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Foto: Medizinische Kleintierklinik, LMU München

Kleintierpraxis

Intravenöse Lipidinfusion bei Katzen als Therapieoption bei Intoxikationen

Intravenous lipid infusion as a therapeutic option in intoxicated cats

Kleintierpraxis 67, 392-402

DOI: 10.2377/0023-2076-67-392

Publiziert: 07/2022

Zusammenfassung

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Patienten, die mit Vergiftungsvorbericht oder -symptomatik vorgestellt werden, sind häufig lebensbedrohliche Notfälle. Spezifische Antidota stehen nur für wenige Toxine zur Verfügung. Seit etwa 20 Jahren wird für schwerwiegende Intoxikationen mit lipophilen Substanzen die Infusion intravenöser Lipidemulsionen zur Therapie propagiert. Als Wirkmechanismus wird ein Abtransport der Toxine vom Wirkort in das Blut angenommen. Bisher existieren zum Einsatz der intravenösen Lipidinfusion bei Katzen nur einige Fallberichte und eine prospektive Studie bei Katzen mit Permethrinintoxikation. Es finden sich in der Literatur mehrere Dosierungen. Die zurzeit am häufigsten eingesetzte Dosis besteht aus einem intravenösen Bolus von 1,5 ml der 20%igen Lipid­emulsion, gefolgt von einer Dauertropfinfusion (DTI) mit einer Rate von 0,25–0,5 ml/kg/min über 30–60 Minuten. Aufgrund potenzieller Nebenwirkungen wie Fettübersättigungssyndrom, Pankreatitis, Sepsis nach Verabreichung kontaminierter Lösungen und der möglichen vermehrten Resorption von Toxinen aus dem Magen-Darm-Trakt sollte die intravenöse Lipidinfusion nur nach vorheriger Stabilisation und Dekontamination angewandt werden. Dieser Übersichtsartikel beschreibt den Einsatz sowie Nebenwirkungen intravenöser Lipidinfusionen bei Katzen anhand bisher veröffentlichter Studien und Fallberichte.

Vergiftung
lipophile Toxine
Lipidemulsion
Log P
Permethrin

Summary

Poisoned patients are often presented as life-threatening emergencies. Specific antidotes are available for a few specific toxins only. In the last two decades, intravenous infusion of lipid emulsions has been propagated as a treatment option for severe lipophilic intoxications. The proposed mechanism of action is a lipid vehicle function to redistribute the lipophilic toxins from the site of action into systemic circulation. To date, only few case reports pertaining to treatment of cats using intravenous lipid infusion following intoxication with lipophilic toxins, and only one prospective study in cats with permethrin intoxication are published. A variety of suggested dosages can be found in literature. The currently preferred dosage is the intravenous application of 1,5 ml/kg bolus of a 20 % lipid emulsion, followed by a constant rate infusion of 0.25–0.5 ml/kg/min over 30–60 minutes. Due to potential side effects, such as fat overload syndrome, pancreatitis or sepsis following application of contaminated emulsions and a possible increase of toxin resorption from the gastrointestinal tract, patient stabilization and decontamination are mandatory before initiating lipid therapy. This review article describes the use of intravenous lipid therapy, its effects and side effects in cats based on currently published studies and case reports.

feline
intoxication
lipophilic toxins
lipid emulsion
Log P
permethrin

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