Das darunterliegende Gehirnparenchym erscheint geschwollen.
Foto: Matthias Frank, Kleintierklinik Dr. Frank

Der Praktische Tierarzt

Intrakranielles Empyem bei einer Katze nach Bissverletzung

Intracranial empyema in a cat due to a bite wound

Der Praktische Tierarzt 101, 1162–1171

DOI: 10.2376/0032-681X-2044

Publiziert: 12/2020

Zusammenfassung

In diesem Artikel wird der Fall eines intrakraniellen subduralen Empyems bei einem Kater nach Bissverletzung am Kopf beschrieben. Der Patient wurde in der Klinik aufgrund akuter neurologischer Symptome vorgestellt. Hauptsymptome waren eine beidseitig reduzierte Drohantwort, Kreiswandern nach links, ein reduzierter physiologischer Nystagmus sowie ein Horner-Syndrom rechts. Diese Symptome sprachen für eine zentrale, multifokale neuroanatomische Verdachtslokalisation mit Betreff des Vorderhirns und Hirnstamms.

Die computertomografische Untersuchung des Kopfes zeigte als Hauptbefund eine Impressionsfraktur des Os parietale links sowie eine extraaxiale Flüssigkeitsansammlung um die linke Großhirnhemisphäre, kompatibel mit einem subduralen Empyem. Es wurde eine rostrotentoriale Kraniektomie mittels piezochirurgischer Knochensäge durchgeführt.

Postoperativ besserte sich der Zustand des Katers sehr schnell. Die neurologischen Symptome klangen ab, sodass der Kater drei Tage nach der Operation entlassen werden konnte. Weitere drei Tage später wurde er erneut, dieses Mal aufgrund von hochgradiger Apathie und Inappetenz, vorgestellt. Der Patient wies keine neurologischen Ausfälle mehr auf, hatte jedoch einen hochgradigen Aszites, welcher bei Punktion verdächtig für das Vorliegen einer felinen infektiösen Peritonitis (FIP) war. Weitere Untersuchungen wurden vonseiten des Besitzers abgelehnt, worauf der Kater euthanasiert wurde.

subdural
Empyem
FIP
Kraniektomie
Piezochirurgie

Summary

This article describes the case of an intracranial subdural empyema in a cat after a bite wound on the head. The patient was presented to the veterinary clinic due to an acute onset of neurological symptoms. On neurological examination, menace responses were absent bilaterally, the cat showed circling to the left, reduced physiological nystagmus and right-sided Horner’s Syndrome. The lesion was located centrally and multifocal in forebrain and brainstem.

The computertomographic study of the head showed an extra-axial fluid accumulation overlying the left cerebral hemisphere, compatible with a subdural empyema, and a depressed fracture of the parietal bone. A rostrotentorial craniectomy with a piezosurgical bone saw was performed.

The cat improved neurologically and was discharged three days after surgery. Three days after discharge the cat was represented due to progressive apathy and inappetence. The patient didn’t show any neurological signs. Severe ascites, highly suspicious for feline infectious peritonitis (FIP), was detected. The owner declined any further investigation. The cat was finally euthanized

subdural
empyema
fip
craniectomy
Piezosurgery

Jetzt abonnieren und weiterlesen!

Der Praktische Tierarzt bietet Ihnen praxisrelevante Originalarbeiten, Übersichtsartikel und Fallberichte. Als Abonnent haben Sie online Zugriff auf aktuelle und archivierte Fachartikel. Ein Fortbildungsbeitrag in jedem Heft sichert Ihnen 12 ATF-Stunden pro Jahr, die Teilnahme ist online möglich.

Jetzt Abo anfragen