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Indikationen zur Vitrektomie und Cyclosporinimplantaten

Der Praktische Tierarzt 89, 564-566

Publiziert: 07/2008

Zusammenfassung

Pferde, welche trotz gutem Management und ausreichenderkonservativer Therapie unter häufigen Rezidiven einer Uveitisleiden, oder bei denen bereits erste permanente Schädenaufgetreten sind, sollten chirurgisch behandelt werden.

An erster Stelle steht hier die Vitrektomie. Ein neuer, viel versprechenderAnsatz sind die suprachoroidalen Cyclosporin-Implantate,welche allerdings noch nicht im freien Handel erhältlich sind.

Vitrektomie
Während die pars plana Vitrektomie (PPV) beim Menschen bereitsseit über 25 Jahren zur Behandlung der endogenen Uveitis eingesetztwird, wurde 1992 erstmals über die PPV zur Behandlungder Mondblindheit beim Pferd berichtet (Werry u. Gerhards 1991).Seither hat sich diese Form der Behandlung der Uveitis recidivaequi (ERU) zumindest in Europa durchgesetzt. In der Mehrzahlder dabei gewonnenen Glaskörperproben konnten Leptospira spp.nachgewiesen werden. Intakte Leptospiren und spezifische Antikörperim Glaskörper befallener Pferde deuten auf eine lokale Antikörperproduktiongegen Leptospiren, bzw. deren Antigene hin(Brem et al. 1998, Brem et al. 1999, Wollanke et al. 2001, Wollankeet al. 2004). Dies erklärt die guten Resultate nach PPV bei Pferdenmit ERU.

Wie beim Menschen sind auch beim Pferd die häufigsten Komplikationnach PPV vorübergehendes Hypopyon, Glaskörper- undNetzhautblutungen, Netzhautablösungen und Katarakte. DieseKomplikationen können durchaus das Sehvermögen des Pferdesbeeinträchtigen, weshalb der sorgfältigen Selektion der Patientenund der umfassenden Aufklärung der Besitzer größte Beachtung geschenktwerden muss. Die Augenuntersuchung umfasst neben derSpaltlampenuntersuchung und der direkten und indirekten Ophthalmoskopieauch die Tonometrie und bei getrübten Medien dieUltrasonographie (Gilger u. Spiess 2006). Die Diagnose ERU basiertauf den typischen klinischen Symptomen und einer dokumentiertenAnamnese von früheren Uveitisschüben. Die Patienten werden inder ruhigen Phase nach einem kontrollierten Entzündungsschuboperiert. Da die PPV unter transpupillärer Sichtkontrolle durchgeführtwird, sind eine möglichst weitgestellte Pupille sowie einetransparente Hornhaut und Linse Voraussetzung. Geringfügige vorbestehendeLinsentrübungen haben die Tendenz, sich postoperativauszubreiten, wodurch zumindest ein Ziel des Eingriffs, Erhaltungdes bestehenden Sehvermögens, in Frage gestellt wird. Patientenmit erhöhtem Augendruck (Sekundärglaukom), mit Phthisis bulbioder mit vorbestehender Netzhautablösung sollten nicht operiertwerden.

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