Foto: Ludmila Smite - Fotolia.com

Corona-Pandemie

Imkern schützt nicht vor Covid-19

Die Nachricht war zu schön, um wahr zu sein. Im Frühjahr vermeldeten viele Zeitschriften für Imker: Bienenstiche könnten vor Corona schützen! Eine Studie aus Jena hat das jetzt widerlegt.

Ende April verbreitete sich unter Imkern die Nachricht, dass Bienenstiche eine Immunität gegen SARS-CoV-2 vermitteln könnten. Auslöser war eine in der Fachzeitschrift Toxicon veröffentlichte Studie: Chinesische Wissenschaftler hatten über 5.000 Imker befragt, mehr als 700 davon in der Provinz Wuhan im Epizentrum der Pandemie. Anscheinend war keiner an COVID-19 erkrankt. Die Autoren führten das auf eine mögliche, durch Bienengift vermittelte Immunität zurück. Sie schlugen weitere Untersuchungen und als nächsten Schritt Tierversuche an Affen vor.

Fake News: Imker sind nicht immun gegen SARS-CoV-2

Eine Forschergruppe um Prof. Dr. Jutta Hübner von der Uniklinik Jena misstraute diesen Daten, denn in der Studie aus China fanden sich insgesamt nur wenige Details zur Methodik. Die Forscher führten daraufhin eine ähnliche Fragebogenstudie unter deutschen Imkern durch, um die Hypothese zu überprüfen.

Kein Schutz trotz zahlreicher Bienenstiche

234 Fragebögen waren auswertbar. Die Imker schätzten, dass sie insgesamt im Median etwa 567-mal gestochen worden waren, davon 28-mal im vergangenen Jahr. Doch zwei Imker waren an COVID-19 verstorben, 45 der Befragten waren infiziert. Die Daten unterstützen nicht die Hypothese, dass Bienenstiche vor der Erkrankung schützen.

Die Autoren stellten aber fest, dass Imker, die sensibler mit starken Schwellungen auf Stiche reagieren, im Fall einer SARS-CoV-2-Infektion vermehrt unter Abgeschlagenheit und Halsschmerzen zu leiden scheinen. Sie nehmen an, dass hier die individuelle Reaktionsbereitschaft des Immunsystems eine Rolle spielen könnte.

Hier ist die Originalpublikation zu lesen.

Die für diese Studie trainierten Spürhunde konnten zwischen Proben infizierter und nicht infizierter Individuen mit einer durchschnittlichen Sensitivität von 83 Prozent und einer Spezifität von 96 Prozent unterscheiden.
Foto: Bundeswehr/Roland Alpers

Journal Club

Spürhunde identifizieren Proben von COVID-19- Patienten − eine Pilotstudie

An der TiHo Hannover wurde untersucht, ob trainierte Hunde die Proben von SARS-CoV-2-infizierten Patienten von denen nicht infizierter Kontrollen unterscheiden können.

Foto: Africa Studio - stock.adobe.com

COVID-19

Antivirale Medikamente im Kampf gegen FIP und COVID

Zwei antivirale Medikamente, die gegen das feline Coronavirus wirken, könnten auch Menschen mit COVID-19 helfen.

Schweinemast: In den Ställen wird es eng.
Foto: agnormark - stock.adobe.com

Corona-Pandemie

In den Ställen wird es eng: Schlachthof-Schließungen sind ein Tierschutz-Problem

Der größte Schlachthof Deutschlands ist Corona-Hotspot und steht still. In Mast und Aufzucht stauen sich die Tiere.

Wildschwein
Foto: K.-U. Häßler - stock.adobe.com

Schwarzwild

Update Afrikanische Schweinepest: derzeit 34 Fälle im Kerngebiet

In Brandenburg werden immer mehr infizierte Wildschwein-Kadaver gefunden. Hausschweine sind bisher nicht betroffen.

Jetzt kostenfrei registrieren!

Sie sind Tierarzt und noch nicht auf vetline.de registriert? Melden Sie sich jetzt an und sichern Sie sich kostenfrei Zugriff auf viele interessante Fachbeiträge und News aus der Welt der Tiermedizin. Für unsere treuen vetline.de-Nutzer: Aus Sicherheitsgründen konnten wir bei der Umstellung auf das neue System Ihre Anmeldedaten leider nicht übernehmen. Bitte vergeben Sie hier ein neues Passwort für Ihr Benutzerkonto und stöbern Sie dann wieder nach Herzenslust.