Medulläre Kalzifizierung
Foto: Klinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin

Kleintierpraxis

Hyperkalzämie infolge einer Vitamin-D-Intoxikation bei einer Katze

Hypercalcaemia due to Vitamin D intoxication in a cat

Kleintierpraxis 65, 64–74

DOI: 10.2377/0023-2076-65-64

Publiziert: 02/2020

Zusammenfassung

Eine acht Monate alte männliche Britisch-Kurzhaar-Mischlingskatze wurde aufgrund von Vomitus, Inappetenz, Lethargie und Konstipation vorgestellt. Vier Tage zuvor hatte sie etwa 10–20 Kapseln Dekristol® 20.000 Internationale Einheiten (I.E.) (20 mg Cholecalciferol/Kapsel, Mibe GmbH Arzneimittel) aufgenommen. Dies entspricht einer Dosis von 57–114 mg/kg Körpergewicht. Abweichende Laborbefunde waren eine hochgradige Hyperkalzämie sowie eine geringgradige Hämokonzentration. Bei der Sonografie des Abdomens wurden medulläre Kalzifizierungen sowie Kalzifizierungen der Papillenspitzen in beiden Nieren festgestellt. Der Kater wurde an Tag 0 mit isotoner Natriumchloridlösung, Maropitant und Esomeprazol behandelt. Ab Tag 1 wurden zusätzlich Furosemid, Prednisolon, einmalig Pamidronat sowie Sevelamer und Lactulose appliziert. Es wurde eine nierenschonende Diät angeboten. Ab Tag 3 bestand eine geringgradige Azotämie (International Renal Interest Society – Akute Nierenerkrankung Grad 2). Am zehnten Behandlungstag wurde der Kater bei ungestörtem Allgemeinbefinden und Blutparametern im Referenzbereich in die ambulante Therapie entlassen. Da der Wirkspiegel von Cholecalciferol über Wochen bis Monate anhalten kann, wurden die Kalzium- und Nierenwerte in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Abhängig vom Serumkalziumspiegel wurde über sechs Wochen einmal wöchentlich Alendronat oral verabreicht. Zwei Monate nach Erstvorstellung lagen alle Laborwerte im Normbereich.

Hypervitaminose D
Kalzium
Cholecalciferol

Summary

An 8-month-old male British Shorthair-cross cat was presented due to vomiting, inappetence, lethargy and constipation four days after ingesting 10–20 capsules of Dekristol® 20,000 IU (20 mg cholecalciferol/capsule; Mibe GmbH Arzneimittel, Germany), corresponding to 57–114 mg/kg bodyweight cholecalciferol. The blood analysis revealed severe hypercalcaemia and low-grade haemoconcentration. Renal medullary and papillary nephrocalcinosis were detected in both kidneys during an abdominal ultrasound examination. On day 0, therapy was commenced with intravenous saline infusion, maropitant and esomeprazole. On day 1, the cat was additionally treated with furosemide, prednisolone, sevelamer, lactulose and a single dose of pamidronate. During the following days, a renal diet was added. However, the kidney values worsened until the third day of treatment (International Renal Interest Society – Acute Kidney Injury grade 2) before decreasing to normal values. On day 10, the cat was discharged to ambulatory care; both its general condition and blood parameters had normalised. The effects of cholecalciferol may last several weeks or months, therefore the blood parameters were analysed regularly. Based on the serum calcium levels, the cat was treated orally with alendronate once a week over a six-week period. After two months, all blood parameters were within the normal range.

hypervitaminosis D
calcium
cholecalciferol

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