Röntgenuntersuchung im laterolateralen Strahlengang
Foto: Katrin Birka

Kleintierpraxis

Herzgeräusche beim jungen Hund

Heart murmurs in young dogs

Kleintierpraxis 65, 84–98

DOI: 10.2377/0023-2076-65-84

Publiziert: 02/2020

Zusammenfassung

Wenn ein Herzgeräusch festgestellt wird, ist zu klären, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Hund aufgrund einer Herzerkrankung Symptome entwickelt oder vorzeitig verstirbt (Prognose) und ob der Verlauf beeinflusst werden kann (Therapie).


Über 95 %  der Herzerkrankungen verursachen Herzgeräusche. Die klinische Untersuchung sollte eine genaue Beschreibung der Herzgeräusche gestatten und mögliche weitere Symptome einer Herzerkrankung erfassen. Manche kongenitalen Herzerkrankungen müssen allerdings nicht mit einem Herzgeräusch einhergehen. Zum Beispiel kann ein Rechts-Links-Shunt nur durch Leistungsintoleranz, Hinterhandschwäche, auch nur der hinteren Körperhälfte, oder zyanotische Schleimhäute auffällig sein.

Die Kenntnis von der Häufigkeit und Art kongenitaler Erkrankungen ermöglicht es, eine Empfehlung zur weiteren Abklärung auszusprechen. Eine Röntgenuntersuchung ist vielerorts durchführbar, aber leider für die Diagnose kongenitaler Erkrankungen unzuverlässig. Für eine exakte Aussage zu Typ und Schweregrad der Erkrankung ist die Echokardiografie als Goldstandard anzusehen. Wenn Besitzer eine kardiologische Abklärung ablehnen, sollte eine engmaschige Überwachung (z. B. monatliche klinische Untersuchung) angeraten werden, um beispielsweise eine mögliche Shuntumkehr nicht zu verpassen.

Herzgeräusch
Hund
kongenitale Herzerkrankung

Summary

Once a heart murmur is diagnosed, it has to be determined whether the dog is likely to experience clinical signs and die prematurely if nothing is done and whether this risk can be ameliorated by an intervention. More than 95% of heart diseases cause heart murmurs. However, some congenital heart diseases can exist without a heart murmur; for example, a right-left shunt may only be noticeable due to the presence of exercise intolerance, hind limb weakness or cyanotic mucous membranes, with the latter often only affecting the caudal part of the body. The clinical examination should allow an exact description of the cardiac murmur and detect any further findings attributable to heart disease. Knowing about the types and prevalence of different congenital heart diseases enables the practitioner to give owners advice on any additional tests needed for the diagnosis of the murmur. Thoracic radiography is widely available, but does not allow an accurate diagnosis of congenital heart disease in dogs. The type and severity of the heart disease can only be determined by echocardiography. If the owner refuses to have any further diagnostics done, the dog’s development should be closely monitored (e.g. monthly presentation to the veterinarian) in order not to miss a degeneration in the dog’s health (e.g. an Eisenmenger’s syndrome).

heart murmur
dog
congential heart disease

Jetzt abonnieren und weiterlesen!

Die Kleintierpraxis bietet Ihnen klinisch interessante Originalarbeiten, Übersichtsartikel und Fallberichte. Als Abonnent haben Sie online Zugriff auf aktuelle und archivierte Fachartikel. Ein Fortbildungsbeitrag in jedem Heft sichert Ihnen 12 ATF-Stunden pro Jahr, die Teilnahme ist online möglich.

Jetzt Abo anfragen