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Herzbefunde ohne besondere klinische Bedeutung

Der Praktische Tierarzt 87, 883-887

Publiziert: 11/2006

Zusammenfassung

Häufig werden bei Routineuntersuchungen Befundeam Herzen erhoben, die jedoch nicht in jedem Fall auchklinisch relevant sein müssen.

Die Untersuchung von Herz undKreislauf beginnt mit einer allgemeinenklinischen Untersuchung, die eine Beurteilungder Schleimhautfarbe und der kapillärenWiederfüllzeit umfasst. Danachwird der Arterienpuls palpiert, um seineFrequenz, Regelmäßigkeit und Qualitätzu beurteilen. Pulsstärke und Gefäßfüllungkönnen nützliche Hinweise auf denSchweregrad der kardialen Erkrankunggeben. Ein schwacher Puls findet sich beireduziertem Herzzeitvolumen beispielsweiseinfolge einer Mitralisinsuffizienzoder schwerer Myokarderkrankung. Beischwerer Aortenklappeninsuffizienzwird ein starker systolischer Puls wegendes hohen Schlagvolumens und einedeutliche Abnahme der Arterienwandspannungin der Diastole gefühlt. Bei klinischrelevanten Arrhythmien, z. B. beiVorhofflimmern und bei paroxysmalenTachykardien kann neben der Unregelmäßigkeitund Ungleichmäßigkeit auchein Pulsdefizit im Vergleich zur Herzfrequenzfestgestellt werden. Die Stauungder Vena jugularis ist ebenfalls ein nützlicherHinweis auf das Vorliegen einer relevantenHerzerkrankung, da die Erhöhungdes zentralen Venendrucks vomGrad der kardialen Stauung als Zeichender Insuffizienz abhängig ist. Viele Pferdekönnen jedoch auch ohne sichtbare Venenstauungbereits an einer erheblichenErkrankung des Herzens leiden. EinePulsation der Vene ist das sichtbare Ergebnisvon Veränderungen des zentralenVenendrucks während des Herzzyklusinfolge einer schweren Schließunfähigkeitan der Trikuspidalklappe und einerkongestiven Herzinsuffizienz. Kardialbedingte Ödembildungen beschränkensich zu Beginn einer Stauungsinsuffizienzauf den Bereich des Sternums(Abb.1). Im weiteren Verlauf der Stauungsinsuffizienzbreitet sich das Ödementlang des ventralen Abdomens ausund kann auch an den distalen Abschnittenaller vier Extremitäten auftreten. DieHerzuntersuchung beginnt mit der Palpationder Herzregion und des Herzstoßes,der Hinweise auf die Stärke derKammerkontraktion und die Feststellungder Lage des Herzens erlaubt. DieLokalisation des Herzstoßes dient als Bezugspunktbei der Auskultation.

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