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Hepatitis E: Kaninchen sind Reservoire

Bestimmte Genotypen des Hepatitis-E-Virus kommen bei zahlreichen Arten von Wildtieren vor, darunter auch Kaninchen.

Die Hepatitis E des Menschen ist eine akute Lebererkrankung durch eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus (HEV). Die Krankheit nimmt auch in den industrialisierten Ländern an Bedeutung zu. Chronische Verläufe bei immungeschwächten Transplantationspatienten geben Anlass zu Sorge. Als Zoonoseerreger sind die Genotypen 3 und 4 bekannt, während 1 und 2 nur beim Menschen vorkommen. Die Übertragung zwischen Tier und Mensch erfolgt durch direkten Kontakt, Verzehr ungenügend erhitzter Teile dieser Tiere sowie in seltenen Fällen über den Verzehr von Milch.

Virale RNA bei Kaninchen
Die wichtigsten Reservoirtiere für HEV Genotyp 3 und 4 sind Haus- und Wildschweine. Allerdings wurde der Genotyp 3 wiederholt auch bei Kaninchen nachgewiesen. Eine labordiagnostische Untersuchung an Schlachtkaninchen in den USA ergab eine IgG-Seroprävalenz von 36,5 Prozent und einen Nachweis der viralen RNA bei 22 Prozent (Kot- und Blutproben); Tiere von zwei US-Züchtern hatten Seroprävalenzen bis zu 50 Prozent. In China wurde bei landwirtschaftlich gehaltenen Kaninchen Seroprävalenzen bis zu 57 Prozent und RNA-Prävalenzen bis zu 7,5 Prozent festgestellt. In Frankreich wurde bei 23 Prozent der Schlachtkaninchen die virale RNA nachgewiesen.

Kaninchen-HEV beim Menschen
Das bei Kaninchen vorkommende HEV E ist ein spezieller Subtyp des Genotyps 3. Allerdings wurde dieser Subtyp inzwischen bei mehreren Menschen in Frankreich nachgewiesen, die keinen direkten Kontakt mit Kaninchen hatten. Außerdem wurde ein solches Isolat inzwischen auch bei einem als Haustier gehaltenen Kaninchen nachgewiesen. Damit schließt sich der Kreis zwischen Wildkaninchen, Liebhaberkaninchen und dem Menschen. Diese Situation sollte wissenschaftlich sorgfältig überwacht werden.


Originalpublikation:
Spahr C, Knauf-Witzens T, Vahlenkamp T, Ulrich RG, Johne R (2018): Hepatitis E virus and related viruses in wild, domestic and zoo animals: A review. Zoonoses Public Health 65: 11–29.
DOI 10.1111/zph.12405