Image
katze-tracker-strahlung.jpeg
Foto: michaklootwijk - stock.adobe.com
Ein Tracker verrät, wo Freigänger-Katzen unterwegs sind.

Strahlenexposition

Haustier-Tracker sind nicht gesundheitsschädlich

Peilsender am Halsband: Die Geräte können eine sinnvolle Ergänzung zur passiven Kennzeichnung mittels RFID-Chip sein und scheinen die Gesundheit der Tiere nicht zu beeinträchtigen.

Wenn die Katze am Abend ausnahmsweise nicht pünktlich zur Fütterung erscheint, der Hund stiften geht oder das Pferd scheut und flüchtet, ist die Sorge bei den Besitzern groß. Deshalb werden Haustier-Tracker, die man am Halsband befestigen kann, immer beliebter.

Mit einem Blick aufs Handy sehen, dass die Katze wohl in Nachbars Garage eingesperrt ist oder in welcher Straße der Hund herumirrt – das kann in einer Notsituation durchaus helfen. Spannend ist es zudem, wenn man nachvollziehen kann, wo Freigänger-Katzen auf Streifzug gehen. Aber kann man besorgten Besitzern zum Tracker raten oder beeinträchtigt die Strahlung das Tier? Dieser Frage ist jetzt eine vom Tierregister Tasso finanzierte Studie  der Vetmed-Uni Vienna nachgegangen.

Strahlung bleibt unter den Grenzwerten

„Wir konnten feststellen, dass die Strahlenexposition durch Tracking-Geräte deutlich unter den internationalen Grenzwerten liegt, sodass gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten sind. Hohe Expositionen von Haustieren verursachen hauptsächlich Geräte, die Radiofrequenzen in Innenräumen emittieren, beispielsweise WLAN-Geräte“, sagt Studien-Erstautorin Judith Klune vom Institut für Physiologie, Pathophysiologie und Biophysik der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Genau wie wir sind Tiere in Innenräumen Strahlungsquellen wie WLAN- und Bluetooth-Geräten, Radio, Fernsehen und Mobilfunk ausgesetzt. Diese Umgebungsstrahlung hat die Studie aber mit einbezogen. Die gesamte Strahlungsexposition lag deutlich unter den Referenzwerten der Internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (International Commission on non-ionizing radiation protection; ICNIRP).

Im Rahmen ihrer Studie untersuchten die Forschenden 21 handelsübliche Tracker für Katzen, Hunde und Pferde, die hochfrequente elektromagnetische Felder nutzen, und welches Gesundheitsrisiko dadurch für Haustiere besteht. 14 der überprüften Tracker verwendeten 2G-, 3G- oder 4G-Mobilfunknetze, die anderen arbeiteten beispielsweise mit Radiofrequenzen, aber auch mit WLAN oder Bluetooth. Neben der Ortungstechnik gab es z. B. auch beim Gewicht deutliche Unterschiede. Hier gibt es eine Tabelle mit den untersuchten Geräten im Vergleich.

Strahlungsexposition verringern – 7 Tipps

Die Autoren und Autorinnen geben folgende Hinweise, um die Strahlungsexposition von Haustieren zu verringern:

  1. Öfter mal ausschalten: Laufzeit verringern und Stand-by vermeiden spart Strom und reduziert Strahlung.
  2. Abstand halten: Das Hundekörbchen oder der Lieblings-Schlafplatz der Katze sollten nicht direkt neben einer Strahlungsquelle liegen.
  3. Tracker sollten nur dann genutzt werden, wenn das Tier wirklich draußen unterwegs ist und verloren gehen könnte.
  4. Bei Jungtieren ist mehr Vorsicht geboten.
  5. Neuere Technologien wie 3G oder 4G sind vorzuziehen.
  6. Am Tracker sollte sich das Zeitintervall einstellen lassen, in dem die Position übermittelt wird. Manche Tracker senden automatisch häufiger, wenn sich das Tier bewegt als wenn es ruht.
  7. Gegebenenfalls kann der Tracker an einem Geschirr statt an einem Halsband befestigt werden. Bei Katzen ist jedoch nicht bekannt, ob das Risiko, hängenzubleiben, bei einem Geschirr höher ist.

Originalpublikation

Judith Klune, Christine Arhant, Ines Windschnurer, Veronika Heizmann und Günther Schauberger (2021) : Tracking Devices for Pets: Health Risk Assessment for Exposure to Radiofrequency Electromagnetic Fields. Animals. DOI 10.3390/ani11092721