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Der Praktische Tierarzt

Haltung von Ebern unter herkömmlichen Mastbedingungen

The fattening of entire male pigs under conventional housing conditions

Der Praktische Tierarzt 96, 914-922

Publiziert: 08/2015

Zusammenfassung

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Einfluss der Ebermast auf Tiergesundheit und Wohlbefinden der Tiere unter der Annahme zu untersuchen, dass aggressives Verhalten zwischen Buchtengenossen zu Verletzungen und Unruhe führen kann. Insgesamt wurden 462 Eber, 91 Kastraten und 287 weibliche Mastschweine aus drei geschlossenen Betrieben in die Studie integriert. Von der Einstallung der Tiere in die Mast mit ca. zwölf Wochen bis hin zur Schlachtung wurden die Versuchstiere jede Mastwoche beobachtet und beurteilt. Neben den Verhaltensbeobachtungen wurden zusätzlich Einzeltierbeurteilungen der Haut als Indikator für Tiergesundheit und Wohlbefinden durchgeführt. Am Ende der Mast wurden die Tiere mit einem Durchschnittsgewicht von 120 kg geschlachtet und anschließend jeweils der Penis und die Nebennieren am Schlachthof entnommen. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Eber mehr Sexual- und Aggressionsverhalten demonstrierten als Kastraten und weibliche Mastschweine. Dies führte zu signifikant mehr Hautverletzungen bei den Ebern. Während die Penisse aller Kastraten unverletzt waren, zeigten 82,8 % (n = 346) der Eber sowohl Narben als auch frische Wunden. Sowohl das häufige Auftreten von sexuell motiviertem Verhalten, die Hautverletzungen sowie die Penisverletzungen können bei Ebern Schmerzen und Stress verursachen. Die relativen Nebennierengewichte waren bei den Ebern im Vergleich zu weiblichen Mastschweinen und Kastraten höher, was möglicherweise ein Hinweis auf Stress während der Mast ist.

Eber
Mast
Penis
Verletzung
Hautkratzer
Verhalten

Summary

The aim of the present study was to evaluate the influence of the husbandry of entire male pigs on animal health and welfare, considering that aversive behaviour between pen mates can cause injuries and restlessness. In total 462 boars, 91 barrows and 287 female pigs in three farrow-to-finish farms were included in the study. From transport to the fattening unit at the age of twelve weeks until slaughtering, the pigs have been observed and judged every week. Apart from behavioural observations, scoring of skin lesions was used as an indicator for animal health and welfare. At the end of the fattening period the pigs were slaughtered with an average weight of approximately 120 kg and their penises and adrenal glands were collected at the slaughterhouse. The present results show that entire male pigs exhibit more sexual and aggressive behaviour than female fattening pigs and castrates. As a consequence, boars had significantly more skin lesions. Whereas the penises of the castrates were completely unharmed, 82.8% (n = 346) of all boars displayed scars or fresh wounds or both. High levels of sexually motivated behaviour, skin lesions and elevated penis lesions of boars can cause pain and stress. Additional the relative weight of adrenal glands of boars were higher in contrast to female and castrated pigs and may be a proof of stress associated with fattening of entire male pigs.

Boar
fattening
penis
injury
skin lesion
behaviour

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