Geflügelbestände von Influenza bedroht: Puten
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Zoonose

Geflügelpestvirus Subtyp H5N8 beim Menschen nachgewiesen

Russische Behörden teilten mit, dass sich bereits im Dezember sieben Mitarbeiter in einem Gefügelmastbetrieb mit Influenzavirus Subtyp H5N8 angesteckt haben. In Deutschland tritt die Tierseuche bei Wildvögeln und Geflügel auf, doch Hinweise auf Infektionen beim Menschen gibt es bisher nicht. Wer Kontakt zu infiziertem Geflügel hat, sollte sich dennoch schützen.

Geflügelpest: Risiko für Wasservögel und Geflügel hoch

Die aviäre Influenza zirkuliert nach wie vor bei Wildvögeln und Geflügel in Deutschland. Laut Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vom 22. Februar 2021 wurden seit dem 30. Oktober

  • über 650 HPAIV H5-Fälle bei Wildvögeln,
  • 66 Ausbrüche bei Geflügel,
  • davon drei bei gehaltenen Vögeln in Tierparks festgestellt.

Außerdem meldeten 25 europäische Länder Wildvogelfälle bzw. Ausbrüche von HPAIV des Subtyps H5 bei gehaltenen Vögeln. Das FLI schätzt nach wie vor nicht nur das Risiko der Ausbreitung bei Wildvögeln als hoch ein, sondern auch das Eintragsrisiko in Geflügelbestände.

Monitoring für Personen mit Kontakt zu infiziertem Geflügel

Vor diesem Hintergrund ist die Nachricht aus Russland besorgniserregend. Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet jedoch, dass die Erkrankung bei den russischen Arbeitern mild verlief. Eine Weiterverbreitung des Virus von Mensch zu Mensch wurde nicht beobachtet.

Weder aus Deutschland, noch aus anderen vom Seuchengeschehen betroffenen Ländern (außer Russland) gibt es Berichte von humanen Infektionen oder Infektionen bei Säugetieren. Ausschließen lässt sich eine Übertragung jedoch nicht. "Bei Vogelgrippe muss man auf alles vorbereitet sein", sagte Thomas Mettenleiter, Präsident des FLI, der Süddeutschen Zeitung: "Wir beobachten die Entwicklung und holen weitere Informationen ein."

Bei Ausbrüchen der Geflügelpest in Deutschland soll vorsorglich ein Monitoring der Personen initiiiert werden, die in Kontakt mit den infizierten Tieren kommen. FLI, RKI und die Universität Rostock sollen eine entsprechende Studie konzipieren, um die Infektionsrisiken für den Menschen beurteilen zu können. Ergänzend dazu werden die bereits bestehenden Vorsorgekonzepte aktualisiert und an das derzeitige Geschehen angepasst. Die aktuell noch ausstehenden Bewertungen der Weltgesundheitsorganisation sowie des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten zum Fall in Russland werden in diese Risikobewertung und in einen Maßnahmenplan einfließen. Parallel dazu wird das FLI die Feintypisierung der H5-Viren mit den russischen H5N8 Varianten abgleichen.

Mischgefäß aviärer, humaner und porziner Influenza-A-Viren ist das Schwein. Hier lesen Sie mehr zur Pandemiegefahr durch porzine Influenza-A-Viren.

In Deutschland wird im Umfeld von Geflügelpestausbrüchen zudem besonders auf mögliche empfängliche Säugetiere wie Katzen und Marder geachtet. Einige Tiere dieser Arten waren auf der Insel Rügen im Jahre 2006 bei dem durch H5N1 verursachten Geflügelpestgeschehen betroffen.

Schutzmaßnahmen bei Kontakt mit infiziertem Geflügel

Die Gefahr einer Übertragung aviärer Influenzaviren besteht vor allem bei hoher Viruslast, wie sie laut FLI in betroffenen Geflügelbetrieben zu erwarten ist. Dort können sporadische Übertragungen auf den Menschen nicht ausgeschlossen werden.

Das FLI rät: Personen, die in Kontakt mit infiziertem Geflügel kommen, sollten für mindestens zehn Tage auf das Auftreten von respiratorischen Symptomen bzw.  Bindehautentzündungen achten. Falls Symptome auftreten, sollte unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen und eine Testung auf Influenzaviren durchgeführt werden.

Darüber hinaus gelten allgemeine Hygieneregeln. So sollten tote Vögel nicht mit bloßen Händen angefasst werden, und man sollte sich auf jeden Fall gründlich mit Wasser und Seife die Hände waschen, falls es doch zu einem Kontakt gekommen ist.

Das RKI empfiehlt besondere Vorsichts- und Schutzmaßnahmen für Tierärzte oder Personal in Geflügelbetrieben, die vor, während oder zur Bewältigung eines Ausbruchs durch hoch pathogene aviäre Influenza engen Kontakt zu den erkrankten oder verendeten Vögeln haben. Die Empfehlungen werden von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort in Kooperation mit den Veterinärbehörden umgesetzt.

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