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Der Praktische Tierarzt

Feline odontoclastic resorptive lesions (FORL): Radiologische Diagnostik und therapeutische Maßnahmen

Der Praktische Tierarzt 90

Publiziert: 06/2009

Zusammenfassung

FORL gehören zu den häufigen Zahnerkrankungen bei der Katze. Sie sind zudem hoch schmerzhaft.Unter dem Begriff FORL (feline odontoklastische resorptive Läsionen)wird die Zerstörung von Zahnhartgewebe durch aktivierteodontoklastische Zellen bei Katzen verstanden (Gorrel 2003). Auslöserfür die Aktivitätssteigerung der odontoklastischen Zellen sindEntzündungsmediatoren und Zytokine, die eigentliche Ursache derErkrankung bleibt aber bislang ungeklärt. Die in der älteren Literaturanfänglich unter anderem als ‚neck lesions’ (Zahnhalskaries)angesprochenen Läsionen sind in der Katzenpopulation sehr weitverbreitet und gelten als eine der schmerzhaftesten und am häufigstenübersehenen Erkrankung in der Veterinärmedizin (Mulligan1988). Der prozentuale Anteil der an FORL erkrankten Katzen variiertje nach Studie von 20 bis 72 % (Gorrel 2003, Lommer et al.2000). Deutlich höher ist der Anteil in den Untersuchungen, dieeine Röntgendiagnostik mit einbeziehen (Verstraete et al. 1998).

Das Verteilungsmuster der erkrankten Zähne ist bei den meistenKatzen typischerweise symmetrisch, wobei besonders oft der drittePrämolar (Gorrel 2003; Ingham et al. 2001) sowie der erste Molarim Unterkiefer und der vierte Prämolar im Oberkiefer (Eickhoff2005) betroffen sind. Auffallend mehr ältere Katzen und 75 % derKatzen, die einen Zahnsteinbefall vorweisen sind in der FORL-Populationvertreten (Ingham et al. 2001, Roes 1996).

Durch die visuelle Adspektion der Zähne können lediglich sehrfortgeschrittene Stadien oder gingivale Veränderungen (Zubildung,Rötung) als Hinweis für eine zu Grunde liegende FORL Erkrankungfestgestellt werden.

Der eigentliche Grad der Zahnzerstörung kann erst nach gründlicherSondierung und dentalen überlagerungsfreien Röntgenaufnahmendiagnostiziert werden (Roes 1996). Bei der Sondierungder Zahnhalsregion (Parodontalsonde) fällt in der Regel einegroße Schmerzhaftigkeit (Kieferzittern, ‚chattering’) an den erkranktenZähnen auf. Der permanente Schmerz verursacht einenDauerstress, der sich bei der ohnehin sehr stressanfälligen Katzenegativ auf das Immunsystem auswirkt und so als Wegbereiterfür weitere Erkrankungen fungiert. Durch ergänzende routinemäßigeRöntgen-Untersuchungen wird die FORL-Erkrankung wesentlichhäufiger diagnostiziert, weshalb bei der Katze prinzipielleine standardisierte Röntgenuntersuchung vor jeder Zahntherapieoder zur Erfassung des Zahnstatus empfohlen wird (Verstraete1998).

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