Die proximale Kontur der Fabella ist klar abgrenzbar, die Knochenstruktur ist homogen (Pfeil).
Foto: Fotos: Tierärztliche Klinik für Kleintiere, AniCura Bielefeld GmbH

Kleintierpraxis

Fabellafraktur – eine seltene, traumatische Erkrankung in der Hintergliedmaße beim Hund

Fabella fracture – a rare, traumatic disease in the hindlimb of the dog

Kleintierpraxis 66, 4–15

DOI: 10.2377/0023-2076-66-4

Publiziert: 01/2021

Zusammenfassung

Dies ist ein Fallbericht über einen sportlich geführten Australian Shepherd, der mit einer Fabellafraktur in unserer Praxis vorgestellt wurde. Es handelt sich dabei um eine seltene traumatische Erkrankung des in die Ursprungssehne des lateralen Musculus gastrocnemius eingebetteten Sesambeins. In der klinischen Untersuchung zeigt der Hund eine Lahmheit Grad 3 bei mitunter vollständiger Entlastung der rechten Hintergliedmaße und eine Druckschmerzhaftigkeit im kaudolateralen Bereich des Knies. In der Röntgenuntersuchung ist eine frakturierte laterale Fabella mit leichter Dislokation der Fragmente sichtbar. In der MRT-Untersuchung zeigen die Fragmente einen hochgradigen Signalverlust. Die Ursprungssehne des Musculus gastrocnemius zeigt eine inhomogene Faserstruktur und Flüssigkeitseinlagerungen. Der Sehnenverlauf ist hingegen durchgängig. Die übrigen Strukturen im Bereich des Kniegelenks sind ohne besonderen Befund.

In der operativen Versorgung wurden die Fragmente mittels Drahtcerclage adaptiert und zur Ruhigstellung ein Fixateur externe über das in Streckung befindliche Sprunggelenk angebracht. Nach acht Wochen strikter Ruhighaltung konnte der Fixateur entfernt werden. Die Prognose ist bei vollständiger Heilung gut.

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Gastrocnemius-Tendinopathie

Summary

This report describes the case of an Australian Shepherd presented with a fabella fracture. It is a rare condition of the lateral gastrocnemius sesamoid following high-loading trauma or repeated myotendinous strain during exercise. Clinically, the dog showed severe lameness of the right hindlimb with intermittent non-weight bearing phases and pain on palpation of the caudal region of the stifle joint, without any signs of instability. Radiographic imaging revealed a fractured lateral fabella with mildly dislocated fragments. The MRI scan showed a severe hypointensity of the fragments’ cancellous and cortical bone. The gastrocnemius tendon had an inhomogeneous intensity due to numerous areas of fluid accumulation, whereas the tendon’s orientation was continuous from its origin to the muscle belly. The sesamoid’s fragments were stabilised surgically with cerclage wire and the gastrocnemius muscle was immobilised with a transarticular external fixator placed in the extended tarsus. The dog was allowed restricted exercise. The external fixator could be removed eight weeks later. The prognosis for fabella fractures is good after complete healing.

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