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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Ergebnisse dosimetrischer Untersuchungen in der Kleintierpraxis: Welchen Einfluss haben der Abstand und die Position des Untersuchers zum Patienten?

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 123, 506-515

DOI: 10.2376/0005-9366-123-506

Publiziert: 11/2010

Zusammenfassung

Die Höhe der Strahlenbelastung einzelner Körperabschnitte von Haltepersonen, dieTiere während der Röntgenuntersuchung fixieren, ist vom Abstand und der Positionzum Patienten, der untersuchten Region sowie den verwendeten Belichtungsparameternabhängig. Ziel der Untersuchungen war es, den Einfluss dieser Faktoren aufdie Höhe der Ortsdosis zu quantifizieren. Für die Messungen wurden Orte definiert,die in unterschiedlichen Abständen zum Direktstrahl (zwischen 30 cm und 10 cm)auf drei Messhöhen ( cm, 8 cm und 10 cm über dem Fußboden) angeordnetwaren. Die Untersuchungen setzten sich aus zwei Teilen zusammen. Zunächstwurden mithilfe eines Wasserkanisters (Schichtdicke: 18 cm) Messungen beiunterschiedlichen Belichtungen (77 kV; 20 – 10 – – 2, – 1,2 mAs) durchgeführt.Im zweiten Teil erfolgten die Messung während der Anfertigung von Aufnahmendes Abdomens eines großen Hundes (Schichtdicke: 18 cm, 77 kV, 20 mAs) und desKopfes einer Katze (Schichtdicke: 0 cm, kV, 20 mAs). Auf Patientenhöhe (Messhöhe:8 cm) folgt die Dosisabnahme einer quadratischen Funktion. Die Mittelwerteder Dosis liegen hier bei der Messreihe „Abdomen-Hund“ zwischen 1,0 amp;#956;Sv (30cm Abstand) und 1,02 amp;#956;Sv (10 cm Abstand) sowie bei der Messreihe „Kopf-Katze“zwischen 0,98 amp;#956;Sv (30 cm Abstand) und 0,02 amp;#956;Sv (10 cm Abstand). NiedrigereDosiswerte ergeben sich in Längsrichtung des Tisches, d. h. wenn sich zwischenNutzstrahlenbündel und Messort unbestrahlte Körperteile des Tieres befinden. DieMesswerte auf der Messhöhe von 10 cm sind im Verhältnis zu den gemessenenDosen auf Patientenhöhe größer. Folgende Schlussfolgerungen ergeben sich: (1.)In Abhängigkeit vom Zielvolumen können Ortsdosen erheblich variieren. (2.) EineVergrößerung des Abstandes zum Patienten um wenige Zentimeter führt zu einerdeutlichen Reduktion der Strahlenbelastung. Deshalb sollte bei der Untersuchungvon Kleintieren alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, den Abstand zu vergrößern.(3.) Haltepersonen sollten eine Position an den Tischenden einnehmen. (4.)Die Kopf-Hals-Region der Untersucher unterliegt einer vergleichsweise hohen Exposition.Es sind deshalb Maßnahmen erforderlich, um die Belastung der Schilddrüseund der Augenlinse zu reduzieren. (.) Beim Einsatz digitaler Aufzeichnungssystemeanwendbare unterschiedliche Belichtungsniveaus gehen mit deutlichen Unterschiedender Strahlenexposition von Haltepersonen einher. Eine strikte Dosisdisziplin(Verwendung von Belichtungstabellen bzw. Dosisindikatoren) ist erforderlich,um Überbelichtungen zu vermeiden.
Hund
Katze
Röntgendiagnostik
Dosimetrie
Ortsdosis
Strahlenexposition

Summary

Radiation exposure of body parts of persons, needed to restrain small animal duringthe examination, varies depending on the distance and position in relation tothe patient, the region investigated, and the exposure settings applied. The aimof the study was to quantify the effects of these factors on the ambient dose. Thedosimeter was positioned with varying distance from the direct beam (from 30to 10 cm) and on different level above the floor ( cm, 8 cm, and 10 cm). The study consisted of two parts. In the first part a plastic water tank (thickness: 18cm) was used as source of scatter radiation. Different exposure settings (77 kVp;20 – 10 – – 2. – 1.2 mAs) were applied. In the second part dose was measuredduring the examination of the abdomen of a large dog (thickness: 18 cm;77 kVp, 20 mAs) and of the skull of a cat (thickness: 0 cm; kVp, 20 mAs). Atthe level of the patient (8 cm above the floor) the dose decline relative to thedistance followed a quadratic function. In the series “abdomen-dog” the meandose values ranged from 1.0 amp;#956;Sv (30 cm distance) to 1.02 amp;#956;Sv (10 cm distance).The corresponding doses for the series “skull-cat” were 0.98 amp;#956;Sv and 0.02 amp;#956;Sv,respectively. Comparably lower doses were measured on the lines along thetable, when non-irradiated parts of the body were located between the exposedpatient volume and the dosimeter. At 10 cm above the floor higher doses wereobserved relative to the doses at the level of the table. The following conclusionscan be drawn: (1.) Depending on the target volume the ambient dose varies ina wide range. (2.) An increase of the distance of only few centimetres is reducingexposure considerably. Therefore persons should make use of it whenever this ispossible. (3.) Persons should stand on the short sides of the table while fixing thepatient. (4.) Head and neck are relatively highly exposed. Methods to protect thethyroid gland and the eye lens are indicated. (.) Since different exposure levelscan be applied in digital radiography, the range of dose levels is rather wide.Therefore strict dose discipline (e.g. by use of exposure tables and dose indicators)is necessary to avoid continuing overexposure.
dog
cat
radiography
dosimetry
ambient dose
radiation exposure

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