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Erblichkeit der Osteochondrose?

Röntgenbilder und das Pedigree englischer Vollblutjährlinge waren Gegenstand einer großangelegten Untersuchung.

Viele Faktoren tragen zur Entstehung von Osteochondrose (OC) beim Pferd bei. OC ist eine dynamische Erkrankung, bei der sich Läsionen in den ersten Lebensmonaten entwickeln und danach wieder spontan abheilen können. Läsionen, die nach zwölf Monaten noch bestehen, verbleiben aber meistens permanent.

Studiendesign
Es wurden jeweils 34 Standard-Röntgenaufnahmen von 1962 Vollblutjährlingen beurteilt. Die Pferde waren nicht für den Verkauf vorselektiert und vorherige Operationen konnten ausgeschlossen werden, weil die medizinische Historie der Tiere bekannt war. Die Heritabilitätsberechnung erfolgte mithilfe der Pedigree-Informationen des Australian Stud Book.

Ergebnisse
Bei 23 Prozent der untersuchten Pferde konnten eine oder mehrere OC-Läsionen gefunden werden. Davon befanden sich zehn Prozent im Knie mit einer Häufung von sechs Prozent am lateralen Trochlearkamm des distalen Femurs. Weitere sechs Prozent befanden sich im Tarsus, und zwar bevorzugt am mittleren Gelenkkamm der distalen Tibia. Im Fesselgelenk fanden sich bei acht Prozent der Tiere Veränderungen, in der Hälfte der Fälle dorso-proximal am Fesselbein. Die Heritabilitätsberechnung der OC ergab wenig genetische Variation. Höchste Heritabilität konnte für den lateralen Trochlearkamm des distalen Femurs, das Knie im Allgemeinen und den mittleren Gelenkkamm der distalen Tibia berechnet werden. Doch der Standardfehler war hoch, was darauf hinweist, dass nicht-genetische Faktoren einen substanziellen Einfluss auf das Vorkommen einer OC haben. Ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem permanenten Umfeld der Mutterstute und drei OC-Kategorien (OC in irgendeinem Gelenk, OC im Knie, OC am lateralen Trochlearkamm des distalen Femurs) konnte gefunden werden.

Ausblick
Ob, wie beim Warmblüter beschrieben, die Fütterung eine Rolle spielt oder andere Faktoren – wie das Stallmanagement oder das Alter der Mutterstute – Einfluss auf die OC nehmen, sollte im Fokus weiterer Studien stehen. Idealerweise werden dabei Fohlen in den ersten acht Lebensmonaten untersucht, um auch Tiere vor erfolgter Spontanheilung zu erfassen. Probst

Originalpublikation: Russel J, Matika O, Russel T, Reardon RJM (2017): Heritability and prevalence of selected osteochondrosis lesions in yearling Thoroughbred horses. Equine Vet J 49: 282–287.

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18. Januar 2018

Normale Alterungsprozesse oder EOTRH?

Die Diagnose equine odontoclastic tooth resorption and hypercementosis (EOTRH) wird mithilfe von Röntgenbildern gestellt. Unklar ist, wie hoch die Prävalenzen in Deutschland sind und ob die Erkrankung unterdiagnostiziert ist.

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14. Dezember 2017

Auch bei Frettchen an Fremdkörper denken

Das erste Frettchen wurde den Autoren aufgrund von Erbrechen vorgestellt. In angefertigten Röntgenbildern war eine weichteildichte Verschattung im kranialenThorax erkennbar.

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15. Mai 2020

Die häufigsten Erkrankungen beim Kaninchen

Ziel der hier vorgestellten Studie war es, Morbidität und Mortalität von Hauskaninchen (Oryctolagus cuniculus) unter tierärztlicher Primärversorgung in England zu untersuchen. Fliegenmaden waren das häufigste Problem.

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30. Dezember 2020

Bronchitis bei Kälbern: Ultraschall der Lunge

Atemwegserkrankungen sind von großer Bedeutung für die Kälbergesundheit. Angesichts dieser Tatsache ist eine optimale Diagnostik von höchster Wichtigkeit. Welche Rolle dabei die sonografische Untersuchung spielen kann, zeigt eine aktuelle Übersichtsarbeit.