Elefanten sind gegen Krebs relativ resistent
Foto: EcoView - Fotolia.com

Tumorsuppression

Elefanten und ihr Schutzschild gegen den Krebs

Die grauen Riesen erkranken nur selten an Krebs, obwohl ihr großer Körper und das lange Leben das Risiko erhöhen.

Sehr große Tiere wie Elefanten produzieren während ihres langen Lebens jede Menge Zellen. Damit gäbe es reichlich Gelegenheit zur Tumorentstehung. Doch schon vor einigen Jahren widerlegten Forscher vom Huntsman Cancer Institute in Salt Lake City einen Zusammenhang zwischen Körpergröße und Tumorhäufigkeit. Sie erkannten, dass Elefanten sogar besonders selten an Krebs erkranken.

Ein Schutzschild gegen Krebs

Schnell wurde ein erster Schutzmechanismus identifiziert: Das Tumorsuppressor-Gen p53, normalerweise doppelt vorliegend, ist beim Elefanten in 40-facher Kopie vorhanden. p53 kontrolliert die Zellteilung und schützt vor bösartigen Wucherungen. Jetzt erforschten Wissenschaftler der University of Buffalo das Riesenwuchs-Mysterium weiter und fanden heraus: Nicht nur p53, sondern zahlreiche Tumorsuppressor-Gene liegen im Elefanten-Genom in zigfachen Kopien vor. Wahrscheinlich trägt jedes davon einen kleinen Teil zu dem Schutzschild bei, das die grauen Riesen so effektiv vor Krebserkrankungen bewahrt.

Riesenwuchs liegt in der Familie

Die Forscher untersuchten außerdem die Genome der nahen und fernen Elefanten-Verwandtschaft. Einige Duplikationen sind bei Elefanten einzigartig, doch Extra-Kopien von Tumorsuppressor-Genen sind bei den Afrotheria weitverbreitet. Zu dieser molekulargenetisch festgelegten Überordnung, die stammesgeschichtlich aus Afrika kommt, zählen neben den Rüsseltieren unter anderem Goldmull, Erdferkel, Schliefer und Seekuh. Die meisten Vertreter sind eher kleinwüchsig. Doch wahrscheinlich ist es dem genetischen Tumor-Schutzschild zu verdanken, dass in der letzten Eiszeit neben dem Mammut weitere gigantische, eher skurrile Vertreter unterwegs waren: das Riesenfaultier, die bis zu 8 Meter lange Stellersche Seekuh oder monströse Gürteltiere.

Aktuelle Artikel aus allen tiermedizinischen Fachgebieten, News und Tipps zum Praxismanagement gibt es im kostenlosen vetline.de-Newsletter. Jetzt anmelden!

Journal Club Logo

Journal Club

18. Januar 2018

Ein schmaler Grat: Selen-Supplementierung beim Pferd

Eine marginale Versorgung mit dem essenziellen Spurenelement Selen kann Pferde krank machen. Doch eine zu hohe Dosis ist toxisch.

Journal Club Logo

Journal Club

21. Juni 2019

Chronischer Eisenüberschuss kann zu Hämosiderose führen

Die Eisenspeicherkrankheit gibt es auch bei Equiden, wie eine an der Universität Utrecht untersuchte Fallserie zeigt. Bei Pferden mit Zugang zu natürlichen Wasserquellen kann ein zu hoher Eisengehalt die Ursache einer chronischen Lebererkrankung sein.

Journal Club Logo

Journal Club

29. Mai 2018

Wenn der erste Eindruck täuscht

Katzenpocken sind selten, gehen aber immer mit einem Ansteckungsrisiko für die Besitzer und Tierärzte einher. Eine Fallserie aus Hannover zeigt, dass auch hinter völlig untypischen Läsionen Orthopox-Viren stecken können.

Journal Club Logo

Journal Club

14. Juli 2017

Proteinverlustenteropathie: Was sagt mir die Vitamin-D-Konzentration?

Die Proteinverlustenteropathie ist ein Syndrom, das mit einer hohen Mortalität verbunden ist. Die Risikofaktoren für einen schlechten Krankheitsausgang wurden bisher noch nicht ausreichend charakterisiert.

Jetzt kostenfrei registrieren!

Sie sind Tierarzt und noch nicht auf vetline.de registriert? Melden Sie sich jetzt an und sichern Sie sich kostenfrei Zugriff auf viele interessante Fachbeiträge und News aus der Welt der Tiermedizin. Für unsere treuen vetline.de-Nutzer: Aus Sicherheitsgründen konnten wir bei der Umstellung auf das neue System Ihre Anmeldedaten leider nicht übernehmen. Bitte vergeben Sie hier ein neues Passwort für Ihr Benutzerkonto und stöbern Sie dann wieder nach Herzenslust.