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Doping im Pferdesport: Metaanalyse zur Validierung internationaler Residue-Limits für die Tropan-Alkaloide Atropin und Scopolamin

Doping in equestrian sports: Meta-analysis to validate International Residue Limits for the tropane alkaloids atropine and scopolamine

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 130

DOI: 10.2376/0005-9366-17018

Publiziert: 06/2017

Zusammenfassung

Die Tropan-Alkaloide Atropin und Scopolamin werden im Pferdesport als dopingrelevante Stoffe betrachtet und dürfen daher während des Wettkampfs nicht im Pferd nachweisbar sein. Neben einer gezielten Verabreichung dieser Substanzen an Pferde können beide Alkaloide auch unbeabsichtigt über mit Datura spp. verunreinigte Futter von Pferden aufgenommen werden. Zur Unterscheidung zwischen einer gezielten, illegitimen Verabreichung und einer zufälligen, ungewollten Aufnahme über das Futter wurden von der International Federation of Horseracing Authorities für beide Substanzen internationale Residue-Limits (IRLs) in Höhe von je 60 ng/ml Urin eingeführt. Diese wurden bisher nicht unabhängig überprüft. In dieser Arbeit wurde zur wissenschaftlichen Validierung der IRLs für Atropin und Scopolamin eine strukturierte Metaanalyse durchgeführt. Im ersten Schritt wurden hierzu anhand definierter Such- und Inklusionskriterien die zur Thematik veröffentlichten Studien ermittelt und alle verwertbaren Daten extrahiert. Anschließend wurde geprüft, welche der vorhandenen Methoden zur Festlegung von Screening-Limits auf dieser Datenbasis angewendete werden konnten. Dies war für eine der vier üblicherweise verwendeten Methoden möglich. Unter Anwendung dieser Methode auf Grundlage der veröffentlichten Daten kann gezeigt werden, dass das IRL von Atropin in angemessener Höhe festgelegt wurde, während das IRL von Scopolamin nicht als wissenschaftlich valide bestätigt werden kann.

Futtermittelkontaminanten
Anti-Doping-Regularien
Datura
(±)-Hyoscyamin
IRL

Summary

The tropane alkaloids atropine and scopolamine are considered as substances relevant for doping in horses. Thus, they shall not be detectable in horses during competition. Both substances can enter the horse either due to intentional, illegitimate application or they can be accidentally ingested via Datura spp. contaminated feed. To facilitate the discrimination between these two causes for the presence of atropine or scopolamine in competition horses, the International Federation of Horseracing Authorities established International Residue Limits (IRLs) of 60 ng/ml urine respectively. These IRLs have not yet been independently validated. In this study, we performed a structured meta-analysis to scientifically validate these IRLs. Defined search and inclusion criteria were used to identify relevant studies, from which the usable data was extracted. The collected data was subsequently used to check which of the available methods for the determination of screening limits could be utilized, which was the case for one of the four usually applied methods. Using this method based on the available data, we concluded that the IRL for atropine has been set appropriately. In contrast, we could not confirm the IRL of scopolamine as scientifically valid.

Feed contaminants
Anti-Doping Rules
Datura
(±)-Hyoscyamine
IRL

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