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Kleintierpraxis

Diagnostische und therapeutische Aspekte der caninen Hypothyreose

Canine hypothyroidism: diagnostic and therapeutic aspects

Kleintierpraxis 60, 372-386

DOI: 10.2377/0023-2076-60-372

Publiziert: 07/2015

Zusammenfassung

Die Hypothyreose ist eine der am häufigsten diagnostizierten Endokrinopathien beim Hund. Das klinische Erscheinungsbild sowie einige hämatologische und blutchemische Veränderungen führen zu einer ersten Verdachtsdiagnose. Diese durch spezifische Hormontests zu bestätigen, kann im Einzelfall zu einer Herausforderung werden. Die Bestimmung des Serum-T4-Spiegels hat zwar eine sehr gute Sensitivität, da der Parameter aber von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird (andere Erkrankungen, Medikamente, Rasse), kann ein tiefes T4 nicht zur Diagnosesicherung herangezogen werden. Hinzu kommt, dass das cTSH bei bis zu 40 % der hypothyreoten Hunde normal und daher nur ein erhöhtes TSH diagnostisch von Bedeutung ist. Als Goldstandard hat sich seit Jahren der TSH-Stimulationstest behauptet. Dabei wird rekombinantes humanes TSH bevorzugt intravenös appliziert und vor der Verabreichung sowie sechs Stunden danach das T4 bestimmt. Durch das Ausmaß des T4-Anstiegs kann die Reservekapazität der Schilddrüse abgeschätzt und so eine Aussage über die hormonelle Aktivität gemacht werden. Die Therapie besteht in der täglichen peroralen Verabreichung von synthetischem Thyroxin. Verschiedene veterinärmedizinische Produkte sind derzeit auf dem Markt erhältlich. Die Dosierungsempfehlungen reichen von 10 bis 20 µg/kg 2 x täglich. Es ist auch eine Flüssigformulierung erhältlich, welche einmal täglich gegeben wird, in Einzelfällen kann aber auch bei diesem Produkt eine Umstellung auf zweimal täglich nötig sein. Wichtig ist, dass nicht von einem Therapieversagen ausgegangen werden sollte, solange nicht für eine ausreichende Zeit die maximale Dosis verabreicht wurde. Ebenso wichtig wie eine korrekte Dosierung ist eine stets gleiche Medikamentenverabreichung, sei es immer nach der Fütterung oder immer auf nüchternen Magen. Bei Letzterem ist die Bioverfügbarkeit deutlich höher, was eine Reduzierung der Dosis zur Folge haben kann.

 

 

rhTSH
T4
Stimulationstest
Sensitivität
Schilddrüse

Summary

Hypothyroidism is one of the most common endocrinopathies in dogs. Clinical signs and haematological and biochemical parameters lead to a first tentative diagnosis. The confirmation of this diagnosis using specific hormone tests can, however, be challenging in individual cases. The total serum T4 concentration has a very good sensitivity but as this parameter is affected by various factors (other diseases, medication and dog breed), a low T4 alone cannot be used for confirmation. Additionally, up to 40% of hypothyroid dogs have normal thyroid stimulating hormone (TSH) concentrations, meaning that only an increased TSH is of diagnostic significance. The gold standard for the diagnosis of hypothyroidism in dogs has been for many years the TSH-stimulation test. In this test, recombinant human TSH is given intravenously and the circulating T4 concentration is measured both before and 6 hours after the administration. The degree of increase in T4 is used to determine the functional reserve capacity of the thyroid gland, thereby allowing its hormonal activity to be assessed. The therapy for this condition is the daily oral administration of synthetic thyroxine. Several synthetic thyroxine products approved for use in dogs are available. According to the manufacturers, the dosage recommendations vary between 10 μg/kg and 20 μg/kg BID. A liquid formulation is available which is given SID, although in individual cases a change to BID may be necessary. It is important not to assume treatment failure until a maximum dosage has been used for an adequate period of time. In addition, it is also important that the oral administration of thyroxine is given in a standardised manner - i.e. always after food or on an empty stomach - as the bioavailability of thyroxine is greater in the latter situation, meaning that a lower dosage may be needed.

 

 

rhTSH
T4
stimulationstest
sensitivity
thyroid gland

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