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Diabetes-Risikofaktoren bei der Katze

In einer breit angelegten Befragung gaben die Besitzer von Katzen mit und ohne Diabetes Auskunft über die Lebensumstände ihrer Vierbeiner. Stoff für Diskussionen und neue Studien.

Diabetes mellitus (DM) bei der Katze ist teils genetisch, teils umweltbedingt und ähnelt phänomenologisch dem Typ-2Diabetes (T2DM) des Menschen. Aber welche Umweltrisiken sind bei der Katze ausschlaggebend? Eine Internet-Studie stellte an die Besitzer von diabetischen und nicht-diabetischen Katzen 48 Fragen.

Wer viel fragt, bekommt viele Antworten … Norwegische Waldkatzen und Burma-Katzen waren in der Diabetes-Gruppe stärker repräsentiert, ebenso Kater, mit Kortikosteroiden vorbehandelte Katzen, geimpfte Katzen, vorwiegend Trockenfutter erhaltende Katzen, fressgierige Katzen, übergewichtige Katzen, Katzen ohne andere Tierarten im Haushalt sowie reine Wohnungskatzen. Umgekehrt waren Birma- und Perser-Katzen in der Diabetes-Gruppe seltener, ebenso weibliche Katzen, auf dem Land lebende Katzen, Freigänger, Katzen mit einem Hund im Haushalt, ad libitum gefütterte Katzen und untergewichtige Katzen. Übergewichtige Katzen hatten unabhängig vom angebotenen Futter immer ein erhöhtes DM-Risiko. Normalgewichtige Katzen, und das ist neu, hatten bei ≥ 75 Prozent Trockenfuttergabe ein erhöhtes Diabetes-Risiko. Auch neu: Fressgier ging mit erhöhtem DM-Risiko einher. Soweit zur Ernährung, und wie sah es mit der Aktivität aus? „Bewegungsmuffel“ hatten bei Freigang seltener Diabetes als bei reiner Stubenhaltung, während lebhafte Katzen auch bei reiner Wohnungshaltung kein höheres Diabetes-Risiko hatten als ebensolche Freigänger.

Fazit
Übergewicht und Bewegungsmangel sind bei Katze und Mensch wichtige Risikofaktoren für DM bzw. DM Typ 2. Das DM-Risiko bei Trockenfütterung begründen die Autoren mit dem vermuteten hohen Kohlehydrat-Gehalt, können hier aber nur spekulieren. Dasselbe gilt für die Interpretation der übrigen Faktoren. Der Vergleich zwischen Katze und Mensch bringt dabei wenig Erkenntnisgewinn, da die Übertragbarkeit letztlich nicht geklärt ist. Umso mehr wünscht man sich jetzt hochwertige kontrollierte klinische Studien.

Originalpublikation: Öhlund M, Egenvall A, Fall T, Hansson-Hamlin H, Röcklinsberg H, Holst BS (2016): Environmental Risk Factors for Diabetes Mellitus in Cats. J Vet Intern Med 31: 29–35.

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11. Juni 2018

Zoonotisches Potenzial von Clostridium difficile

In einer groß angelegten Studie wurde untersucht, ob auch Haustiere ein Risikofaktor für Clostridium difficile-Infektionen beim Menschen sein könnten. Hintergrund sind Gemeinsamkeiten, die nachgewiesene Erreger bei beiden Spezies zeigen.

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Asthma führt zu Veränderungen in den Atemwegen, die nicht immer reversibel sind.
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10. Dezember 2021

Beharrliche Bronchialgefäße bei equinem Asthma

Asthma führt bei Pferden zur Angiogenese in der Bronchialwand – und die Gefäße sind auf Dauer angelegt.

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27. Oktober 2021

Lama und Alpaka auf dem Vormarsch

Neuweltkameliden sind längst nicht mehr nur ein Fall für den Zootierarzt. Eine Online-Befragung unter den Halter gibt einen Einblick in Haltungsbedingungen und Gesundheit. Tierärzte werden eher kritisch beurteilt.

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14. Dezember 2017

Gabapentin verhindert Anstieg des Augeninnendrucks bei Intubation

Gabapentin wird bei Hunden in der Therapie der Epilepsie eingesetzt. Beim Menschen mindert der Stoff als Prämedikationden Anstieg des intraokulärenDrucks (IOD), der als Reaktion auf eine Intubation auftritt. Diese Wirkung wurde nun in einer Studie am Hund untersucht.