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Okulares Brachycephalensyndrom beim Hund
Foto: Tieraugenzentrum am Neckar
Abb. 1b: Fünf Jahre alter Mops mit okularem Brachycephalensyndrom, prominente Nasenfalte, stark ausgeprägter Stop (steiler Winkel am Übergang zwischen Nasenwurzel und Schädelkalotte, auf Höhe der Augen), bereits durch den Fundusreflex gut sichtbare Keratitis pigmentosa der nasalen Hornhaut des rechten Auges, links etwas weniger ausgeprägt

Der Praktische Tierarzt

Das okulare Brachycephalensyndrom beim Hund

The ocular brachycephalic syndrome in dogs

Der Praktische Tierarzt 103, 1122-1135

DOI: 10.2376/0032-681X-2246

Eingereicht: 27. Juni 2022

Akzeptiert: 14. September 2022

Publiziert: 11/2022

Zusammenfassung

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Brachycephale Rassen erfreuen sich nach wie vor einer sehr hohen Beliebtheit. Die meisten leiden jedoch unter einer oder mehreren zuchtbedingten Erkrankungen (Oechtering 2011), wie z. B. dem respiratorischen Brachycephalensyndrom, Wirbelsäulenmissbildungen, allergiebedingten Hauterkrankungen und auch dem okularen Brachycephalensyndrom. Letzteres fasst eine Reihe von anatomischen Veränderungen und daraus resultierenden Erkrankungen zusammen, die einzeln oder auch in Kombinationen auftreten können. Zugrunde liegt ein Makroblepharon in Verbindung mit einer sehr flachen Orbita und daraus resultierendem Exophthalmus. Hinzu kommen ein nasales Unterlidentropium und verschiedene Formen der Trichiasis, insbesondere Karunkel- und Nasenfaltentrichiasis. In Folge entstehen Expositionskeratitiden (Maggs et al. 2013). Außerdem leiden brachycephale Hunde vermehrt unter Nickhautdrüsenprolaps, Bulbusprolaps und Hornhautdefekten. Das okulare Brachycephalensyndrom kann zu erheblichen Leiden und häufigen Tierarztbesuchen führen, nicht selten bedarf es einer dauerhaften Therapie. Häufig betroffene Rassen sind Mops, Französische Bulldogge oder Shi Tzu. Im Folgenden soll eine Übersicht über die typischen Augenerkrankungen aufgrund des okularen Brachycephalensyndroms und ihre Therapiemöglichkeiten gegeben werden.

Bulbusprolaps
Keratitis pigmentosa
Hornhautdefekt
SCCED
Trichiasis

Summary

Brachycephalic breeds are still very popular. However, most suffer from a selection or combination of breed-related diseases (Oechtering 2011). Such as the respiratory brachycephalic syndrome, spinal deformities, allergy-related skin diseases and also the ocular brachycephalic syndrome. The latter summarizes a number of anatomical changes and their resulting diseases, which can occur individually or in combination. It is based on a macroblepharon in connection with a very flat orbit resulting in an exophthalmos. It is often combined with a nasal lower eyelid entropion and various forms of trichiasis, especially caruncle and nasal fold trichiasis. This results in exposure keratitis (Maggs et al. 2013). In addition, brachycephalic dogs suffer more from nictitating gland prolapse, bulbus prolapse and corneal defects. The ocular brachycephalic syndrome can lead to considerable suffering and frequent visits to the veterinarian and often requires permanent therapy. Breeds that are often affected are the Pug, French Bulldog or Shi-Tzu. The following is an overview of the typical eye diseases due to ocular brachycephalic syndrome and their treatment options.

bulbus prolapse
pigmentary keratitis
corneal defect
SCCED
trichiasis

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