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Der Praktische Tierarzt

Chimärismus bei einer Hündin

Der Praktische Tierarzt 91, 942-947

Publiziert: 11/2010

Zusammenfassung

Im Rahmen einer Abstammungsuntersuchungbei Deutschen Schäferhunden wurde eine Hündin mit zwei verschiedenenZelllinien entdeckt. Bei der Untersuchung von 20 Mikrosatellitentrat bei mehreren Markern ein nicht zu erwartendesdrittes Allel auf. Dieser Allelüberschuss wurde über die Genotypisierungvon weiteren 26 Mikrosatelliten bestätigt. Die zytogenetischeUntersuchung von Metaphase-Chromosomen erbrachte keine Abweichungenvom regulären Chromosomensatz einer Hündin von2n=78,XX. Der PCR-Nachweis für das SRY-Gen verlief negativ. Zurweiteren Absicherung der Abstammung wurde der hypervariableBereich des D-Loops der mitochondrialen DNA der Hündin, ihresPaarungspartners und der beiden Nachkommen untersucht. AlleTiere wiesen die identische Sequenz auf. Das Auftreten eines drittenAllels bei 1/3 der 46 genotypisierten Mikrosatelliten bei einemnicht veränderten Chromosomensatz sprechen dafür, dass dieseHündin einen Chimärismus der Blutzellen aufweist. Chimären könnendie Abstammungsuntersuchung erschweren oder dazu führen,dass eine Abstammung eines Hundes nicht richtig erkannt wird.

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