Spitzmaus sitzt auf einem Stein.
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Rückkehr der Meldepflicht

Borna ist eine Zoonose

Daten aus Bayern zeigen: Die Infektion mit dem Bornavirus ist eine potenziell tödliche Zoonose.

  • BoDV1 ist ein Zoonose-Erreger.
  • Das Virus kann eine tödliche Gehirnentzündung auslösen.
  • Eine Übertragung von Pferd oder Schaf auf den Menschen ist unwahrscheinlich.
  • Eine Bornavirusinfektion soll (wieder) meldepflichtig werden.

Über eine mögliche Infektion von Menschen mit dem Bornavirus wurde schon lange diskutiert. Studien, die einen Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen wie Depression oder Schizophrenie postulierten, gelten inzwischen als widerlegt. Doch im Januar 2020 zeigte eine Publikation in The Lancet: Das Virus (BoDV-1) löst beim Menschen eine Gehirnentzündung aus. Der Verursacher der Borna-Krankheit bei Pferden, Schafen und einigen anderen Haustieren könnte in endemischen Gebieten hinter einem hohen Prozentsatz ernsthafter bis fataler humaner Enzephalitiden unbekannter Ursache stecken.

Gehirnentzündung und neurologische Symptome

2018/19 wurden die ersten sechs Fälle einer durch BoDV-1 ausgelösten Enzephalitis bekannt. Daraufhin untersuchten Forscher am Regensburger Institut für Klinische Mikrobiologie und Hygiene 56 Proben von Enzephalitis-Patienten aus der Zeit zwischen 1999 und 2019 auf das Virus. Sie konnten sechs neue Patienten identifizieren, aus anderen Instituten wird von zwei weiteren Fällen berichtet. Das Virus wurde ausschließlich bei Patienten gefunden, bei denen die Krankheitsursache bisher unbekannt war.
Die Erkrankung begann bei den meisten Betroffenen mit Kopfschmerzen und Fieber, dann traten neurologische Symptome auf: Gangstörungen, Verwirrung, Erinnerungslücken, Krampfanfälle und fortschreitender Bewusstseinsverlust. Die Patienten fielen ins Koma, alle bis auf einen verstarben schließlich. Angesichts der neuen Daten sollten menschliche Patienten mit akuter Meningoenzephalitis auf BoDV-1 getestet werden, insbesondere im Endemiegebiet.

Die Meldepflicht in der Veterinärmedizin soll noch in diesem Jahr wiederkommen und auch beim Menschen soll das Bornavirus meldepflichtig werden.

Übertragung vom Pferd auf den Menschen?

Wie sich die erkrankten Menschen infiziert haben, ist bisher unbekannt. Aber es besteht kein Grund zu der Sorge, sich bei tierischen Borna-Patienten anzustecken. Haustiere sind Fehlwirte und es ist unwahrscheinlich, dass sie das Virus übertragen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist auf natürlichem Wege wahrscheinlich nicht möglich. In zwei der 2018 bekannt gewordenen Fälle wurde das Virus allerdings durch eine Organtransplantation übertragen.

Die Infektion ist insgesamt selten und das Risiko daher als gering anzusehen. Das Bornavirus ist in Süd- und Ostdeutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein endemisch. Hauptwirt und Reservoir ist die Feldspitzmaus. Pferde infizieren sich vermutlich über mit Mäusekot kontaminiertes Futter. Am wahrscheinlichsten ist, dass auch Menschen sich in endemischen Gebieten bei direktem oder indirektem Kontakt mit Spitzmäusen infizieren. Ein Großteil der Patienten stammte aus ländlichen Gebieten oder war viel draußen unterwegs. Auffällig viele waren Katzenhalter. Die Forscher glauben, dass die Katzen vielleicht Spitzmäuse mit ins Haus brachten oder durch die Mäusejagd kontaminiert waren.

Infektionen mit dem Borna-Virus vermeiden

Das Robert-Koch-Institut hat ein Merkblatt mit Informationen zur Infektionsvermeidung veröffentlicht. Das Wichtigste in Kürze:

  • natürliches Reservoir des Virus ist die Spitzmaus
  • die Infektion erfolgt vermutlich über Spitzmäuse oder ihre Ausscheidungen
  • mögliche Infektionsquellen: kontaminierte Lebensmittel, Einatmen von Staub, direkter Kontakt
     

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