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Keine Sprechstunde in der Schwangerschaft: Was sind Ihre Erfahrungen mit einem Beschäftigungsverbot?
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Keine Sprechstunde in der Schwangerschaft: Was sind Ihre Erfahrungen mit einem Beschäftigungsverbot?

Studienteilnehmerinnen gesucht

Beschäftigungsverbot in Schwangerschaft und Stillzeit

Schutz für werdende Mütter oder eine Entmündigung von Frauen? Schwangere Tierärztinnen dürfen häufig nicht mehr arbeiten. Persönliche Erfahrungen gesucht!

Als Teil einer Dissertation zum Thema „Beschäftigungsverbot für schwangere und stillende Tierärztinnen in Deutschland“ werden Interviewpartnerinnen gesucht, die gerne etwas über ihre persönliche Erfahrung mit dem Beschäftigungsverbot berichten möchten.

Doktorandin Lisa Ulmer-Stein möchte mit Hilfe von qualitativen Interviews  vor allem etwas über die Umsetzung durch die Arbeitgeber und die Folgen für die Tierärztinnen erfahren. Hierbei geht es unter anderem um die Folgen für die Karriere der Tierärztinnen, aber auch um emotionale Aspekte wie z.B. den Wunsch nach alternativer Beschäftigung. „Angefangen hat alles damit, dass ich selbst wegen einer Schwangerschaft ein 100-prozentiges Beschäftigungsverbot durch meine Arbeitgeberin erhalten hatte. Da ich mit Großtieren arbeitete und allein von Hof zu Hof fuhr, war eine Arbeitsplatzumgestaltung keine Option. Das war kein gutes Gefühl“, berichtet Ulmer-Stein von ihrer Motivation, die Folgen eines Beschäftigungsverbots für schwangere Tierärztinnen zu erforschen.

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Ein Beschäftigungsverbot für angestellte Tierärztinnen kann zwiespältige Gefühle auslösen: Einerseits Dankbarkeit für den weitgehenden Schutz für schwangere und stillende Frauen sowie deren (ungeborene) Kinder in Deutschland. Andererseits ein Gefühl von Entmündigung, wenn Arbeitgeber Entscheidungen zur Umsetzung des Mutterschutzgesetzes treffen, ohne dass die betroffenen angestellten Tierärztinnen darauf Einfluss haben.

Gleichzeitig müssen selbstständige Tierärztinnen in der Schwangerschaft häufig weiterarbeiten. „Während ich arbeiten wollte und nicht durfte, musste meine ebenfalls schwangere Chefin arbeiten“, erzählt Ulmer-Stein  von ihren persönlichen Erfahrungen. Auch von selbstständigen Tierärztinnen möchte sie gerne wissen, welche Auswirkungen das Nichtvorhandensein eines Beschäftigungsverbotes und z.B. die fehlende finanzielle Kompensation für einen Arbeitsausfall für ihre Karriere und ihr Familienleben bedeutet haben.  

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Was sind Ihre eigenen Erfahrungen in der Schwangerschaft?

Gesucht werden Tierärztinnen, deren Beschäftigungsverbot bereits mehr als 4 Jahre zurückliegt. Die Interviews (ca. 45 min) sollen zwischen März 2023 und Ende Mai 2023 online über Videotelefonie stattfinden. Bei Interesse an der Studienteilnahme und bei Fragen melden Sie sich bitte bei Lisa Ulmer-Stein per E-Mail unter l.stein@campus.lmu.de.

Die Dissertation wird am Lehrstuhl für Innere Medizin und Chirurgie der Klinik für Wiederkäuer mit Ambulanz und Bestandsbetreuung der LMU München unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Gabriela Knubben-Schweizer durchgeführt. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit Herrn PD Dr. habil. Yves Jeanrenaud vom Institut für Soziologie der LMU München.

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