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Als Schmerzmedikation nicht geeignet

Die hier vorgestellte Studie untersucht die Effektivität und mögliche Nebenwirkungen von Tramadol bei Chinchillas.

Tramadol wurde als Medikation für mittlere bis starke Schmerzen bei Ratten und Mäusen beschrieben. Auch für andere Kleinsäuger wird es häufig in Dosierungen zwischen 5 und 40 mg/kg ein- oder zweimal täglich oral oder parenteral verwendet. Allerdings fehlen außer für Mäuse und Ratten bisher Studien, welche die Wirksamkeit bei Kleinsäugern belegen.
Evenson und Mans testeten daher unterschiedliche Dosierungen von Tramadol in einer parenteralen Verabreichung bei Chinchillas. Sie führten dafür eine randomisierte, kontrollierte, verblindete Studie durch, wobei sie nach einmaliger Tramadolverabreichung die Rückziehzeit auf einen thermischen Schmerzreiz maßen. Außerdem achteten sie auf Nebenwirkungen wie verringerte Futteraufnahme, verminderten Kotabsatz oder neurologische Symptome. In einer Vorstudie stellten die Autoren bei einer einmaligen Dosierung von 60 mg/ kg bei allen Chinchillas neurologische Symptome wie Zittern und Muskelzuckungen fest. Daher wurde die Studie nur bis 40 mg/kg durchgeführt.

Kein Tramadol für Chinchillas
In keiner der getesteten Dosierungen hatte Tramadol einen signifikanten Effekt in Bezug auf einen thermischen Schmerzreiz. Nur bei der 40 mg/kg Dosierung war nach einer und zwei Stunden ein nicht signifikanter Trend sichtbar. Allerdings stellten die Autoren für mehrere Dosierungen eine signifikante Reduzierung der Futteraufnahme und des Kotabsatzes fest. Diese Nebenwirkungen hielten teilweise bis zu 48 Stunden an und verschwanden dann ohne weitere Therapie.
Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass Tramadol nicht zur Schmerzmedikation bei Chinchillas geeignet ist. Auch wenn in der vorliegenden Studie nur ein thermischer Schmerzreiz getestet wurde, sei trotzdem davon auszugehen, dass auch bei anderen Schmerztypen keine ausreichende Analgesie zu erreichen ist. Aufgrund der in der Vorstudie aufgetretenen massiven Nebenwirkungen ist die Dosierung nicht höher wählbar. Die Autoren vermuten, dass auch bei oraler Verabreichung kein entsprechend hoher Wirkspiegel und damit keine ausreichende Analgesie erreicht werden kann.

Originalpublikation:
Evenson E, Mans C (2019): Antinociceptive efficacy and safety of subcutaneous Tramadol in Chinchillas (Chinchilla lanigera). J Exot Pet Med 28: 98–104. DOI 10.1053/j.jepm.2018.01.003.

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