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Aktueller Stand der Routinediagnostik von Leptospireninfektionen beim Schwein

Der Praktische Tierarzt 93, 1128-1137

Publiziert: 12/2012

Zusammenfassung

Die Leptospirose beim Schwein wird durch pathogene Leptospiren verursacht und kann durch Aborte, die Geburt toter oder lebensschwacher Ferkel und Infertilität zu erheblichen Verlusten in der Reproduktionsleistung von Zuchtherden führen. Die klinische Ausprägung ist im Wesentlichen sowohl von der Empfänglichkeit bzw. Immunität der Herde als auch von der infizierenden Serovar der Leptospiren und ihrer Virulenz abhängig. Bis heute sind mehr als 260 Serovaren bei 13 verschiedenen pathogenen Leptospira-Spezies bekannt. Die meisten Infektionen beim Schwein verlaufen allerdings subklinisch und bei Serovaren der Serogruppe Pomona, Australis und Tarassovi gilt das Schwein als Reservoirwirt. Dennoch ist die Leptospirose eine Zoonose und die Leptospirose beim Schwein in Deutschland meldepflichtig. Eine Diagnose ist daher und auch zur Identifizierung des Infektionstatus eines Schweinebestandes oder neu einzugliedernder Tiere unter Umständen unabdingbar. Für die Routinediagnostik steht derzeit in Deutschland vornehmlich der Mikroskopische Agglutinations Test (MAT) für den serologischen Nachweis zur Verfügung, vereinzelt werden auch ELISA (Enzyme-Linked Immunosorbent Assays) angeboten. Zunehmend werden auch molekularbiologische Verfahren in Form von PCR-Tests zum direkten Nachweis von spezifischem genetischen Material von Leptospiren eingesetzt. Für eine sichere Diagnose müssen die diagnostischen Tests mit besonderer Sorgfalt unter strengen Qualitätskriterien durchgeführt werden. Da jede Methode aber dennoch nicht nur Stärken sondern auch Schwächen hat, sind die Laborergebnisse vorsichtig und im Gesamtzusammenhang mit allen verfügbaren Informationen zu bewerten.
Leptospirose
Schwein
Diagnostik
MAT
ELISA
PCR

Summary

Routine diagnostics of porcine leptospirosis – an update
Leptospirosis in swine is a disease caused by pathogenic leptospires that can cause very appreciable losses through abortion, full-term birth of dead or weak pigs of reduced viability, or infertility. The clinical course of this infectious disease essentially depends on the susceptibility and immunity of the herd and the Leptospira serovar and its virulence. To date, more than 260 serovars of 13 pathogenic Leptospira species have been identified. Although the vast majority of swine leptospiral infections are subclinical, and pigs are the maintenance host for serovars of the Pomona, Australis, and Tarassovi serogroups, leptospirosis is nevertheless a zoonosis, and its occurrence in swine is a notifiable disease in Germany. Both for this reason and for the determination of the infectious status of a swine herd, diagnosis is indispensable. For routine diagnostic testing the standard serologic test in Germany is still the microscopic agglutination test (MAT); only a few laboratories offer enzyme-linked immunosorbent assays (ELISAs). More and more, a variety of assays based on the polymerase chain reaction (PCR) are used for the detection of specific leptospire genetic material. Quality control of PCR assays used for the diagnosis of leptospires requires both careful attention to laboratory design and workflow to prevent contamination of reagents, as well as appropriate control samples. In addition, sample processing for PCR is critical and must be suited to the specimen being tested. Because all tests have their advantages and disadvantages, diagnostic results must be interpreted carefully and in the context of all available pertinent infomation.
leptospirosis
pig
diagnostics
MAT
ELISA
PCR

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