Schilder: Warnung vor der Schweinepest
Foto: Trueffelpix - stock.adobe.com

Journal Club

Afrikanische Schweinepest: Wann gibt es einen Impfstoff?

Vielversprechend, aber noch in den Kinderschuhen: Eine Literaturübersicht informiert über den Stand der Impfstoffentwicklung.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist weltweit meldepflichtig. In der Annahme, dass punktuelle Einschleppung damit hinreichend bekämpft werden könne, gilt in den Wirtschaftsräumen der Nordhalbkugel bisher Keulung statt Impfung. Doch seit das Virus 2007 nach Georgien eingeschleppt wurde und inzwischen die EU, China und Südostasien erreicht hat, beginnt ein Umdenken. In der Fachzeitschrift Porcine Health Management haben spanische Autoren den aktuellen Stand der Impfstoffentwicklung beleuchtet.

Keulung statt Impfung: Prävention verschlafen?

Einen Markt für ASP-Impfstoffe gab es bisher nicht und so gibt es auch keine zugelassenen ASP-Impfstoffe. Damit stellt die ASP aktuell die wichtigste Bedrohung für die weltweiten Schweinepopulationen dar.

Jetzt richten Behörden und Unternehmen ihr Interesse auf mögliche Impfstoffkandidaten, die abseits des kommerziellen Geschehens entwickelt wurden und werden. Ein Strategiewechsel der Impfpolitik scheint plötzlich möglich.

Attenuierte Lebendimpfstoffe: Hoffnung aus den Laboren?

Das Genom des ASP-Virus ist gut manipulierbar und so konnten verschiedene attenuierte Lebendimpfstoffe erzeugt werden. Eine Testung dieser Kandidaten unter Feldbedingungen steht aber noch aus, fehlt es bisher nicht nur an den – kontrovers diskutierten – behördlichen Genehmigungen, sondern wohl auch an den Ressourcen für die aufwendigen Studien, die für eine Impfstoffzulassung gefordert werden.

Orale Impfung von Wildschweinen gegen die Afrikanische Schweinepest

Nichts konnte bisher die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest aufhalten. Um das Reservoir in der Schwarzwildpopulation in den Griff zu bekommen, wäre eine Impfung sehr hilfreich. Nun testeten spanische Wissenschaftler erstmals eine orale Lebendvakzine bei Wildschweinen.
Artikel lesen >

Subunit-Impfstoffe gegen das ASP-Virus

Neben den attenuierten Lebendimpfstoffen werden auch Subunit-Vakzinen geprüft. Doch auch hier rächt sich die mangelnde Aufmerksamkeit, die der ASP-Forschung in der Vergangenheit zuteil wurde: Unser Wissen über die immunologischen Eigenschaften der verschiedenen Virusproteine, ja über die Immunantwort gegen ASP insgesamt, ist löchrig wie ein Schweizer Käse. Damit steht die Entwicklung von Subunit-Vakzinen, deren Effektivität zum großen Teil von der Auswahl eines immunologisch relevanten „Subunits“ abhängt, auf wackeligen Beinen.

Impfstoffe sind noch nicht praxisreif

Mehr als 100 Jahre nach der Erstbeschreibung und 63 Jahre nach der Ersteinschleppung in Europa sind wir von einem sicheren und wirksamen Impfstoff gegen ASP noch weit entfernt. Attenuierte Lebendimpfstoffe sind näher an der Praxisreife als Subunit-Vakzinen, stehen aber aufgrund ihrer Infektiosität und damit potenziell unkontrollierten Verbreitung und Rekombinationsfähigkeit unter dem Generalverdacht einer mangelnden Sicherheit. Deshalb dürften die kontroversen Diskussionen andauern – hoffentlich nicht auf Kosten sinnvoller Forschung und Entwicklung.


Originalpublikation: Bosch-Camós L, López E, Rodriguez F (2020): African swine fever vaccines: a promising work still in progress. Porcine Health Manag 6: 17.

Journal Club Logo

Journal Club

Orale Impfung von Wildschweinen gegen die Afrikanische Schweinepest

Nichts konnte bisher die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest aufhalten. Um das Reservoir in der Schwarzwildpopulation in den Griff zu bekommen, wäre eine Impfung sehr hilfreich. Nun testeten spanische Wissenschaftler erstmals eine orale Lebendvakzine bei Wildschweinen.

Journal Club Logo

Journal Club

Unterschiede zwischen Europäischer und Afrikanischer Schweinepest

Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts stellen die Unterschiede zwischen Klassischer und Afrikanischer Schweinepest heraus und plädieren für ein der epidemiologischen Situation angepasstes Seuchenmanagement.

Foto: zolastro - fotolia.com

Tierseuche

Afrikanische Schweinepest: Hausschweine schützen

Weiterhin steigt die Zahl der bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) beim Schwarzwild in Brandenburg. Oberstes Ziel der Schutzmaßnahmen ist, dass die Seuche nicht auf Hausschwein-Bestände übergreift.

Wildschwein im Wald.
Foto: Jan Schuler – Fotolia.com

Tierseuche

Die Afrikanische Schweinepest ist in Deutschland angekommen

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat bestätigt, dass ein in Brandenburg gefundener Wildschwein-Kadaver mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) infiziert war.

Jetzt kostenfrei registrieren!

Sie sind Tierarzt und noch nicht auf vetline.de registriert? Melden Sie sich jetzt an und sichern Sie sich kostenfrei Zugriff auf viele interessante Fachbeiträge und News aus der Welt der Tiermedizin. Für unsere treuen vetline.de-Nutzer: Aus Sicherheitsgründen konnten wir bei der Umstellung auf das neue System Ihre Anmeldedaten leider nicht übernehmen. Bitte vergeben Sie hier ein neues Passwort für Ihr Benutzerkonto und stöbern Sie dann wieder nach Herzenslust.