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Präriehunde sind für Affenpocken empfänglich und können Menschen infizieren.
Foto: Douwe - stock.adobe.com
Präriehunde sind für Affenpocken empfänglich und können Menschen infizieren.

Zoonose

Affenpocken: Das ist zu Infektionen bei Tieren bekannt

In Europa gibt es derzeit auffällig viele Humaninfektionen mit dem Affenpockenvirus. Für die zoonotischen Affenpocken ist der Mensch eigentlich ein Fehlwirt.

Das Affenpockenvirus (Orthopoxvirus simiae, Monkeypox virus) ist ein klassischer Zoonoseerreger, doch allzu viel wissen wir über die tierischen Wirte nicht. Nachgewiesen wurden Antikörper gegen das Affenpockenvirus bisher bei verschiedenen Nagern (Hörnchen, Ratten, Bilche) sowie Spitzmäusen in West- und Zentralafrika. Dort ist das Virus endemisch und auch Humaninfektionen treten regelmäßig auf. Prof. Dr. Fabian Leendertz, Direktor des neu gegründeten Helmholtz-Instituts für One Health und Tierarzt, sagte dem Science Media Center: „Zum Tierreservoir ist noch erstaunlich wenig bekannt. Affen selbst, von denen ja die Affenpocken ihren Namen haben, sind ebenfalls Opfer wie wir selbst, nicht Reservoir. Es gibt Berichte zu afrikanischen Eichhörnchen, bei denen das Virus gefunden wurde, andere afrikanische Nagetiere stehen ebenfalls in Verdacht das Reservoir zu sein.“ Virusreservoire außerhalb von Afrika sind bisher nicht bekannt.

Enge Verwandte des Affenpockenvirus sind andere Orthopocken-Viren wie das Kuhpockenvirus. Das ebenfalls zoonotische Kuhpockenvirus hat ein breites Wirtsspektrum und wird heutzutage vor allem von Katzen übertragen, die sich bei der Jagd von Nagetieren infizieren können. Vor allem unter Rötel- und Wühlmäusen gibt es natürliche Reservoire.

(Hier haben wir einen Fachartikel der TiHo zu einer Serie von Kuhpockeninfektionen bei Katzen in der Region Hannover zusammengefasst. )

Affenpocken-Infektionen bei Haus- und Nutztieren?

Sind in Europa nun analog zu den Kuhpocken auch Affenpocken-Tierreservoire zu befürchten? Die Experten vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), wo das Nationale Referenzlabor für Affenpocken angesiedelt ist, halten das für fraglich. Eine Übertragung des Virus auf einzelne Tiere sei möglich, das Entstehen einer Infektkette aber eher unwahrscheinlich, schreibt das FLI in einem aktuellen Affenpocken-FAQ. Die Etablierung der Affenpocken bei den Reservoirwirten der Kuhpocken sei wegen der bestehenden Kreuzimmunität unwahrscheinlich.

Bei unseren Haustieren wurden laut FLI bisher nur Infektionen bei Kaninchen experimentell nachgewiesen. Das amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC) rät Tierärzten aber, vorsichtshalber alle Säugetiere als empfänglich für Affenpocken anzusehen. Tiere mit Verdacht auf Affenpocken sollten in einem separaten Untersuchungsraum, in Schutzkleidung und unter Beachtung von Hygienemaßnahmen untersucht werden. Auch das FLI schließt nicht aus, dass weitere Haustiere empfänglich sind. Das Risiko einer Übertragung bestünde insbesondere bei engem Kontakt zu infizierten Personen oder Tieren bzw. infektiösem Material wie Hautkrusten.

Hinweise auf Infektionen von landwirtschaftlichen Nutztieren gibt es laut FLI bisher nicht, auch nicht in endemischen Gebieten.

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Affenpocken bei Präriehunden

In den USA kam es 2003 zu einem Affenpocken-Ausbruch mit 47 bestätigten humanen Fällen. Die Menschen hatten sich alle bei als Haustier gehaltenen Präriehunden angesteckt. Die Präriehunde wurden bereits in der Tierhandlung infiziert, wo sie Kontakt zu anderen, aus Afrika importierten Nagern hatten. Übertragungen auf den Menschen fanden zum einen bei den Haltern statt, zum anderen aber auch in Tierkliniken, in denen die erkrankten Tiere vorgestellt wurden. Eine Studie zeigte im Nachhinein, dass für Menschen das Übertragungsrisiko stieg, wenn sie engen Kontakt zu den infizierten Tieren hatten, deren Käfige reinigten oder gebissen bzw. gekratzt wurden.

Affenpocken-Symptome bei Tieren

Bei den infizierten Präriehunden wurden laut CDC u.a. Husten, Fieber, Konjunktivitis, Appetitverlust, Atemwegssymptome und Hautausschlag beobachtet. Grundsätzlich scheinen Reservoirwirte keine oder nur sehr milde Symptome zu entwickeln, während es bei Fehlwirten wie den Primaten laut FLI zunächst zu grippeähnlichen Symptomen kommt, später zu den typischen Hautveränderungen. Diese durchlaufen verschiedene Stadien: Macula (begrenzte Farbveränderung), Papula (Knötchen), Vesikula (Bläschen), Pustula (Eiterbläschen); danach verkrusten sie und fallen ab.